Mehr Geld für Heimbewohner
Die Diskussion um die Kosten in Pflegeheimen nimmt Fahrt auf. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mit einer Novelle der Pflegereform die finanzielle Last für die Bewohner spürbar senken. Ihr Plan: Die Pflegekassen sollen mehr Geld an die Heime zahlen.
„Wir wollen den steigenden Eigenanteilen etwas entgegensetzen und eine weiterhin gute Versorgung sicherstellen“, betonte Warken im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Konkret ist im Rahmen der für 2027 anvisierten Pflegereform eine Regelung im Gespräch, die die Zahlungen der Kassen an die Heime automatisch an die allgemeine Inflationsrate anpasst. Bislang erfolgt dies nicht regelmäßig, was zu steigenden finanziellen Belastungen für die Pflegebedürftigen führt.
Die Ministerin sieht in der dauerhaften Dynamisierung eine verlässliche Lösung. „Die Dynamisierung der Leistungen muss für alle Seiten verlässlicher werden, indem sie deren Entwertung entgegenwirkt sowie die Steigerung der Eigenanteile bremst“, kündigte Warken an. Eine solche Regelung würde auch unerwünschte „politische Überbietungswettbewerbe“ vermeiden, die keine nachhaltigen Lösungen böten, so die Ministerin.
Grundlage für die geplanten Veränderungen sind die Empfehlungen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die im Dezember zum sogenannten „Zukunftspakt Pflege“ veröffentlicht wurden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, insbesondere die Kopplung von Leistungen an die Inflation und ein möglicher Höchstbetrag von 1.000 Euro für Eigenanteile pro Monat (Pflegedeckel), könnten die Pflegekassen bis 2040 laut Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) mit rund 137,6 Milliarden Euro belasten. Dies entspricht ungefähr der Summe, die für das im vergangenen Jahr beschlossene Rentenpaket II eingeplant ist.


