Nach Angaben des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg sind seit der Gründung des Landes im Jahr 1952 bis Ende 2024 per Saldo mehr als 4,1 Millionen Menschen nach Baden-Württemberg gezogen – aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Rechnet man diese Entwicklung heraus, ergibt sich eine hypothetische Einwohnerzahl von nur rund 7,1 Millionen.
Jahr für Jahr Zuwachs – im Schnitt eine Stadt wie Baden-Baden
Die Zuwanderung verlief dabei nicht gleichmäßig. Es gab Jahre mit extrem hohen Wanderungsgewinnen – etwa 1990 mit plus 182.300 Menschen, 2015 mit 170.500 oder 2022 mit 178.200. In anderen Jahren fiel der Zuwachs deutlich geringer aus, vereinzelt gab es sogar Verluste.
Über die Jahrzehnte gerechnet ergibt sich dennoch ein klares Bild: Im Durchschnitt kamen jedes Jahr rund 56.400 Menschen netto nach Baden-Württemberg. Das entspricht ungefähr der heutigen Einwohnerzahl von Baden-Baden – Jahr für Jahr.
Ohne Migration wäre der Südwesten geschrumpft
Die Zahlen machen deutlich, wie stark die Bevölkerungsentwicklung des Landes von Zuwanderung abhängt. Ohne diese Wanderungsgewinne hätte Baden-Württemberg nicht nur deutlich weniger Einwohner, sondern wäre auch wirtschaftlich und gesellschaftlich anders aufgestellt.
Das Statistische Landesamt weist allerdings darauf hin, dass es sich um eine vereinfachte Rechnung handelt. Effekte wie eine höhere Geburtenzahl in den Folgejahren durch zugezogene Bevölkerungsgruppen wurden dabei nicht berücksichtigt, da sie statistisch nicht exakt bezifferbar sind.
Fazit: Migration ist kein Randphänomen, sondern einer der entscheidenden Faktoren für die heutige Größe Baden-Württembergs – mit Millionen-Effekt.

