Längerfristig höhere Kosten für Energieimporte erwartet

Experte warnt: Ölpreis könnte nach Kriegsende um 20 Prozent steigen

Experte warnt: Ölpreis könnte nach Kriegsende um 20 Prozent steigen
Foto: Öltanks in Katar (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Auch wenn der Krieg bald enden sollte, wird die Risikoprämie für Öl laut einem Geopolitik-Experten noch eine Weile bestehen bleiben. Investoren und Staaten, die von Energieimporten abhängig sind, wie Deutschland, müssen sich auf höhere Preise einstellen, die sich aber nicht vollständig zurückentwickeln.

Dauerhaft höhere Energiekosten?

Eine Entspannung am Ölmarkt ist vorerst nicht in Sicht. Elliot Hentov, Chefstratege für geopolitische Fragen bei State Street, prognostiziert, dass Öl auch nach einem Ende des aktuellen Krieges um bis zu 20 Prozent teurer bleiben könnte. Aktuell bewegt sich der Ölpreis der Sorte Brent um die 70 bis 75 Dollar pro Barrel – ein Niveau, das Hentov vor allem für energieimportierende Länder wie Deutschland spürbare Konsequenzen haben wird.

„Das wäre kein Öl-Schock“, sagte Hentov dem „Handelsblatt“. Dennoch würden sich die Preise wohl nicht wieder auf das frühere Niveau zurückentwickeln, selbst wenn die Energielieferungen wieder regulär fließen.

Kriegsende in Sicht, aber Preise hoch?

Hentov rechnet mit einem Ende des Konflikts innerhalb weniger Wochen, vorausgesetzt, die USA verzichten auf den Einsatz von Bodentruppen. Jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, die auf ein baldiges Ende des Krieges hindeuteten, hatten zuletzt für eine kurzzeitige Entspannung am Markt gesorgt. Der Brent-Preis war zuvor Anfang der Woche auf bis zu 120 Dollar pro Barrel gestiegen.

Ein anhaltend hohes Preisniveau bei Öl hätte laut Hentov auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Höhere Renditen auf langfristige Staatsanleihen könnten Aktien unattraktiver machen.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)