In der zwölfjährigen Geschichte der Abstimmung gab es ein solches Ergebnis noch nie. Insgesamt machten 34.731 Menschen mit. So viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Für die Verbraucherzentrale Hamburg ist das ein klares Zeichen. Der Frust über versteckte Preiserhöhungen sitzt tief.
Ärger über heimliche Tricks
„Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Veränderung bei Milka empfinden viele als dreiste Mogelpackung. Das Abstimmungsergebnis sei ein Denkzettel – deutlicher gehe es kaum.
Mogelpackung des Jahres 2025: Milka Schokolade führt mit 66,7 %.
Weniger Schokolade, höherer Preis
Was viele ärgert, ist schnell erklärt. Anfang 2025 wurde die Milka Alpenmilch unauffällig dünner. Statt 100 Gramm stecken nur noch 90 Gramm in der Tafel. Gleichzeitig zog der Preis an: von 1,49 Euro auf 1,99 Euro. Unterm Strich bedeutet das eine Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent.
Die Verpackung blieb fast gleich. Im Regal fällt der Trick kaum auf. Auch andere Milka-Sorten waren betroffen.
Showdown vor Gericht
Mit dem Negativtitel ist die Sache für Mondelez noch nicht erledigt. Im April kommt es vor dem Landgericht Bremen zum Showdown zwischen der Mondelez Deutschland GmbH und der Verbraucherzentrale Hamburg. Dann wird geklärt, ob die Reduzierung nicht nur ärgerlich, sondern auch irreführend war. Ob aus dem klaren Verbraucherurteil auch ein juristisches wird, entscheidet das Gericht.
Granini 2024: Zucker statt Saft
Dass Milka nun so deutlich abgestraft wurde, passt ins Bild der vergangenen Jahre. Schon 2024 kürte die Verbraucherzentrale Hamburg den Granini Trinkgenuss Orange zur „Mogelpackung des Jahres“. Hersteller Eckes-Granini hatte den Orangensaftanteil halbiert und durch Zuckerwasser ersetzt – bei gleichem Preis. Die Verbraucherschützer sprachen von Skimpflation, also weniger Qualität für dasselbe Geld.
TUC 2023: Schrumpfen mit Markenwechsel
Auch 2023 sorgte eine Entscheidung für Kopfschütteln. Die TUC Bake Rolls aus dem Hause Mondelez wurden zur Mogelpackung des Jahres gewählt. Nach einem Markenwechsel von „7days“ zu „TUC“ schrumpfte der Inhalt von 250 auf 150 Gramm. Der Preis pro Gramm stieg um satte 127 Prozent. Für viele Kundinnen und Kunden kaum nachvollziehbar.
Im Jahr 2024 kürte die Verbraucherzentrale Hamburg den Granini Trinkgenuss Orange zur „Mogelpackung des Jahres“. Hersteller Eckes-Granini hatte den Orangensaftanteil halbiert und stattdessen Zuckerwasser eingesetzt – bei gleichbleibendem Preis. Die Verbraucherschützer werteten dies als Skimpflation, also eine Qualitätsverschlechterung ohne Preissenkung.
Politik unter Zugzwang
Die Verbraucherzentrale sieht deshalb weiter politischen Handlungsbedarf. Zwar verspricht die Bundesregierung mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen, doch konkrete Regeln fehlen bislang. Andere Länder sind weiter. In Österreich und Frankreich müssen Händler verringerte Inhalte am Regal kennzeichnen. In Brasilien ist sogar ein Hinweis direkt auf der Verpackung Pflicht.
Diese Produkte folgten hinter Milka
Neben Milka standen vier weitere Produkte zur Wahl. Die Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker kam auf 22,1 Prozent der Stimmen. Das XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln erreichte 5,9 Prozent, die 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs 4,9 Prozent. Schlusslicht war Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr mit 0,4 Prozent.
Abstimmungsergebnis im Überblick
Insgesamt verteilten sich die 34.731 abgegebenen Stimmen bei der Wahl der »Mogelpackung des Jahres 2025« wie folgt auf die fünf nominierten Produkte:
- Milka Schokolade von Mondelez: 23.165 Stimmen (66,7 %)
- Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker: 7.666 Stimmen (22,1 %)
- XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln: 2.060 Stimmen (5,9 %)
- 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs: 1.692 Stimmen (4,9 %)
- Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr:148 Stimmen (0,4 %)
Weitere Informationen über die Wahl der »Mogelpackung des Jahres 2025« sind zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter: www.vzhh.de/mogelpackung-des-jahres
