Parteichef ringt um Vertrauen

Merz gesteht: CDU hat zu viel versprochen

Merz gesteht: CDU hat zu viel versprochen
Foto: Friedrich Merz bei seiner Rede am 20.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

Auf dem Bundesparteitag der CDU in Stuttgart hat Parteichef Friedrich Merz eine bemerkenswerte Einsicht gezeigt. Er räumte ein, dass die Christdemokraten nach ihrem Regierungswechsel offenbar zu große Erwartungen geweckt haben. Man müsse nun Geduld beweisen, so Merz.

Reformanstrengung kostet Zeit

Friedrich Merz, CDU-Parteichef und Bundeskanzler, hat bei seiner Eröffnungsrede zum Bundesparteitag in Stuttgart offen zugegeben, dass die eigene Partei möglicherweise zu optimistisch in die Zeit nach dem Regierungswechsel gestartet ist. „Vielleicht haben wir nach dem Regierungswechsel nicht schnell genug deutlich gemacht, dass wir diese gewaltige Reformanstrengung nicht von heute auf morgen schaffen können“, sagte Merz am Freitag in Stuttgart. Er nahm die Kritik daran direkt an.

Dennoch mahnte er zu weiterem Mut. Deutschland brauche jemanden, der „auf der Brücke steht, der antreibt“.

Vision statt Pessimismus

Merz betonte seine persönliche Überzeugung von der positiven Kraft einer klaren Vision. „Ich sage was geht, und sage nicht ständig, was nicht geht“, erklärte der Kanzler.

Am Nachmittag wird sich Merz zur Wiederwahl als Parteichef stellen. Besonders auf sein Abstimmungsergebnis werden die Delegierten achten. Bei seiner letzten Wahl im Jahr 2024 erhielt er noch rund 90 Prozent Zustimmung.