CDU-Chef will Freunde bleiben, aber nicht nur Taktgeber sein

Merz beschwört transatlantische Bindung – mahnt aber mehr Unabhängigkeit an

Merz beschwört transatlantische Bindung – mahnt aber mehr Unabhängigkeit an
Foto: Friedrich Merz am 20.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

Auf dem Bundesparteitag in Stuttgart hat CDU-Chef Friedrich Merz eine klare Botschaft gesendet: Amerika soll unser Freund bleiben, doch Deutschland und Europa müssten eigenständiger agieren. Mit Blick auf globale Krisen wie den Ukraine-Krieg fordert Merz eine stärkere Verteidigung und eine Belebung der heimischen Wirtschaftskraft, um nicht erpressbar zu sein.

Freundschaft ja, Abhängigkeit nein

Die Vereinigten Staaten sollen auch künftig verlässliche Partner bleiben. Doch die Zeiten, in denen Amerika unumstößlich den Kurs vorgibt, scheinen vorbei. Merz attestierte den USA, das Interesse zu verlieren, als „verlässlicher Taktgeber“ zu fungieren. Darauf müsse sich Deutschland und Europa nun einstellen.

Warnung vor naivem Pazifismus

Der Bundeskanzler nutzte die Bühne auch, um eine deutliche Warnung auszusprechen: Eine Politik des „naiven Pazifismus“ führe zwangsläufig zu neuen Konflikten. Die aktuelle Weltlage erfordere eine klare Haltung.

Europa muss zusammenhalten

Die jüngsten politischen Entwicklungen hätten gezeigt, dass Europa nur dann erfolgreich sein kann, wenn es geeint auftritt. Merz verwies auf den sogenannten Grönland-Konflikt als positives Beispiel dafür, was möglich ist, wenn die EU-Staaten an einem Strang ziehen. Dies sei ein wichtiger Weckruf.

Investitionen in Verteidigung und Wirtschaft

Um dieser neuen Realität gerecht zu werden, rief Merz zu zwei zentralen Maßnahmen auf. Zum einen sei es unerlässlich, in die eigene Verteidigungsfähigkeit zu investieren, um sich „nicht erpressen lassen“ zu müssen. Zum anderen müsse die Wirtschaftskraft Deutschlands und Europas gestärkt werden. Dies sei die Grundlage für politische Souveränität.