„Staat mit der Heckenschere zurückschneiden“
Die jüngsten Attentate in Deutschland hätten laut Lindner den Wahlkampf endgültig auf das Thema innere Sicherheit fokussiert. Der FDP-Chef sieht den Staat hier in der Pflicht: „Wir haben einen Staat, der unser Leben stark bürokratisiert und uns bevormundet, statt seine wesentlichen Aufgaben zu erfüllen.“ Besonders im Bereich Sicherheit, Bildung und Infrastruktur müsse dringend nachgebessert werden.
Zugleich warnte Lindner davor, Freiheit und Sicherheit gegeneinander auszuspielen. Er schilderte Erlebnisse aus seinem Wahlkreis, in denen Bürger aus Angst vor Kriminalität auf bestimmte Aktivitäten verzichten. Dies sei eine Einschränkung der Freiheit, die nicht hingenommen werden dürfe.
Migration: FDP will Entwicklungshilfe an Rückführungen koppeln
Die FDP plant einen Antrag, der Entwicklungshilfe an die Rücknahme von Flüchtlingen koppeln soll. Kritiker sehen darin eine Parallele zur Politik von Donald Trump, doch Lindner widerspricht: „Es ist ein Unterschied, ob man mit Zöllen einen Handelskrieg riskiert oder ob man auf Partnerschaft besteht.“
Er forderte eine Neuausrichtung der internationalen Politik: „Warum sollten wir an Länder, die unsere Interessen bei der Begrenzung der irregulären Migration missachten, weiter Milliarden zahlen?“ Afghanistan habe in den letzten drei Jahren eine Milliarde Euro Entwicklungshilfe erhalten, ohne entsprechende Gegenleistungen zu erbringen.
„Grüne ruinieren mit ideologischer Klimapolitik unsere Wirtschaft“
Klare Worte fand Lindner für seine aktuelle Regierungskoalition, insbesondere für Bündnis 90/Die Grünen: „Die Grünen ruinieren mit ihrer ideologischen Klimapolitik unsere Wirtschaft. Sie wollen die Menschen bevormunden.“ Zudem kritisierte er deren Haltung zur Migration: „Sie haben sich erst kürzlich auf ihrem Parteitag für einen leichteren Familiennachzug von Flüchtlingen ausgesprochen – also für mehr Migration und nicht weniger.“
Seine Wunschoption nach der Bundestagswahl? Schwarz-Gelb. Eine Koalition mit den Grünen hält er für ausgeschlossen: „Das Beste wäre eine schwarz-gelbe Mehrheit.“ Sollte das nicht reichen, wäre eine Deutschland-Koalition (CDU, SPD, FDP) immer noch besser als Schwarz-Rot allein.
Lindner über persönliche Zukunft und Vaterschaft
Neben den politischen Fragen sprach Lindner auch über private Veränderungen. Als werdender Vater freut er sich auf die Zeit nach der Wahl: „Gott sei Dank ist die Zielgerade unseres Nachwuchses nach dem Wahltermin. Dann bereiten wir uns auf die Ankunft eines neuen kleinen Menschen vor. Das ist das größte Glück.“
Auf die Frage, ob er aus der Politik etwas für das Vatersein mitnehme, stellte er klar: „Absolut rein gar nichts. Null.“ Sein persönliches Leben sei strikt von der Politik getrennt.
Mit Blick auf die Wahl am 23. Februar zeigte sich Lindner kämpferisch: „Natürlich bin ich nicht der Darling von allen, aber dass ich für Überzeugungen mit größtem Einsatz streite, mich immer dem linksgrünen Mainstream widersetze und dafür sogar ins komplette Risiko gehe, bestreitet niemand.“
Die FDP steht vor einer entscheidenden Wahl – ob Lindners Strategie aufgeht, wird sich in wenigen Wochen bei der Bundestagswahl 2025 zeigen.

