Iranische Proteste weiten sich aus

Iran: Tote und Festnahmen steigen – Berichte aus Teheran

Iran: Tote und Festnahmen steigen – Berichte aus Teheran
Foto: Iran (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
In der nunmehr seit 14 Tagen anhaltenden Protestwelle im Iran hat die Menschenrechtsorganisation HRA die Zahl der Todesopfer auf mindestens 116 erhöht. Unter den Verstorbenen sind Berichten zufolge sieben Minderjährige; mehrere Opfer gehörten nicht zu den Demonstranten. Sicherheitskräfte setzten scharfe Munition und Gummigeschosse ein, während Festnahmen die Bilanz weiter vervielfachen. Das Internet bleibt weitgehend blockiert.

Aktuelle Lage in Teheran

In Teheran haben Augenzeugen berichtet, dass Proteste größtenteils aus verstreuten, kurzen Versammlungen bestanden, ausgelöst durch die starke Präsenz der Sicherheitskräfte und zunehmenden Druck vor Ort. Berichte über Überwachungsdrohnen und Bewegungen von Einsatzkräften wurden an mehreren Stellen im Stadtgebiet gemeldet.

Die Gesamtzahl der Festgenommenen stieg binnen eines Tages auf 2.638. Von diesen konnten 628 identifiziert werden, während 2.010 im Rahmen von Massenverhaftungen oder in Fällen ohne nähere Angaben erfasst wurden. Quelle

Alltag und Beschränkungen

Trotz der Internetblockade haben einige wenige Medien, die der Sicherheitslage nahestehen, ihre Arbeit wieder aufgenommen. Sie liefern fortlaufend Bilder und Berichte, die den Demonstranten schwere Gewalt sowie Zerstörung vorwerfen. Menschenrechtsorganisationen widersprechen und sprechen von brutalen Vorgehensweisen der Behörden.

Am 28. Dezember begann die Protestwelle nach dem Zusammenbruch der iranischen Währung. Der Rial ist praktisch wertlos geworden, die Versorgungslage hat sich verschlechtert. Die Situation bleibt volatil und beeinflusst den Alltag vieler Iranerinnen und Iraner. Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt.