Debatte gewünscht: Günther sieht Notwendigkeit
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) positioniert sich offen für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung über das Recht auf Teilzeitarbeit. In einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) betonte er, dass die aktuelle Lage zu ernst sei, um Denkverbote zuzulassen. Er sei überzeugt, dass die Bevölkerung zu Veränderungen bereit sei, sofern ein stimmiges Gesamtkonzept vorgelegt werde. „Wir sollten sehr viel mutiger sein“, forderte Günther.
Kritik an ‚Symptomdebatten‘
Dennoch ordnete der CDU-Politiker die Forderungen des CDU-Wirtschaftsflügels, die eine Einschränkung der Teilzeitregelungen vorantreiben, kritisch ein. Er bezeichnete diese als „eine Debatte über Symptome, nicht über Ursachen“.
Verständnis für Merz‘ Vorstoß
Ein klares „richtig“ sprach Günther für die Initiative von CDU-Chef Friedrich Merz aus, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen. Hierbei gelte es, den Preis des eigenen Wohlstands zu hinterfragen und die Bereitschaft zu prüfen, „wieder mehr für unseren Wohlstand zu tun“.
Union soll Strukturreformenpriorisieren
Gleichzeitig appellierte Günther an die gesamte Union, sich nicht in einen Wettlauf um die drastischsten Forderungen zu verstricken. „Wir brauchen keinen Wettbewerb, wer die schmerzhaftesten Einschnitte fordert. Wir brauchen so schnell wie möglich Strukturreformen“, betonte er.


