Karlsruher Klinik-Experte gibt Tipps

Gefahren am See? Mit diesen Tipps wird der Badetag zum sorgenfreien Vergnügen

Sonnenschein, warme Temperaturen, glitzerndes Wasser – der perfekte Tag am Badesee. Doch zwischen Planschen, Sonnen und Schwimmen lauern Gefahren, die schnell unterschätzt werden. Dr. Björn Bergau, Leiter des Integrierten Notfallzentrums (INZ) am Städtischen Klinikum Karlsruhe, erklärt, wie man das kühle Nass genießen kann, ohne dass der Ausflug im Krankenhaus endet.
Gefahren am See? Mit diesen Tipps wird der Badetag zum sorgenfreien Vergnügen
Gefahren am See? Mit diesen Tipps wird der Badetag zum sorgenfreien Vergnügen
Foto: rawpixel.com Herausgeber Städtisches Klinikum Karlsruhe GmbH

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Wenn der Himmel dunkle Wolken schickt

Ein Sommergewitter kann so plötzlich auftauchen wie ein Schatten im Wasser. Wer beim ersten Donnergrollen nicht ans Ufer schwimmt, riskiert sein Leben. Blitzeinschläge treffen nicht nur offene Wasserflächen, sondern auch Bäume, unter denen man sich in Sicherheit wähnt. Und auch wenn die Stimmung locker ist: Alkohol oder Drogen haben am Badesee nichts zu suchen. Sie verlangsamen Reaktionen und trüben den Blick für Gefahren. Selbst ein zu voller oder zu leerer Magen kann Kreislaufprobleme auslösen – und damit im Wasser brandgefährlich werden.

Die eigene Kraft nicht überschätzen

Was im flachen Uferbereich noch spielerisch wirkt, kann wenige Meter weiter zur ernsten Gefahr werden. In Baggerseen fällt der Grund oft steil ab – wer nicht sicher schwimmen kann, sollte deshalb höchstens bis zum Bauch ins Wasser. Auch Schwimmringe oder Luftmatratzen täuschen Sicherheit vor, bieten im Ernstfall aber keinen Schutz. Selbst geübte Schwimmer sollten den Rückweg nicht unterschätzen und lieber in Begleitung ins tiefere Wasser gehen. Für Kinder gilt: niemals unbeaufsichtigt ins oder ans Wasser lassen – Unfälle passieren oft in Sekunden.

Sonne, Hitze und Kälteschock – die unsichtbaren Gegner

An heißen Tagen ist der See ein Magnet. Doch während die Haut bräunt, kann sie sich auch unbemerkt verbrennen. Sonnenschutz, Kopfbedeckung und viel Wasser trinken sind Pflicht – auch mitten im Badevergnügen. Denn Sonnenbrand, Sonnenstich oder sogar ein Hitzschlag sind nicht nur unangenehm, sondern gefährlich. Zusätzlich droht bei großem Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser der Kälteschock: Der Körper reagiert mit Herzrasen, verengten Blutgefäßen und unkontrolliertem Einatmen – das kann zu Krämpfen, Schwindel oder Bewusstlosigkeit führen.

Im Notfall: Ruhe bewahren und handeln

Kommt es trotzdem zu einem Unfall, zählt jede Sekunde. Wer eine Person in Not sieht, sollte sofort den Notruf 112 wählen und, wenn möglich, einen Rettungsring oder etwas Schwimmfähiges zuwerfen. Selbst ins Wasser zu gehen, kann gefährlich sein. Am Ufer sollte nasse Kleidung entfernt und eine Rettungsdecke genutzt werden, um Unterkühlung zu vermeiden. Bei Bewusstlosigkeit gilt: Atmung prüfen – atmet die Person, stabile Seitenlage; atmet sie nicht, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

Mit etwas Vorsicht, Respekt vor den Naturkräften und ein paar einfachen Regeln wird der Badesommer nicht nur schön, sondern auch sicher – für die ganze Familie.

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