Die Gastronomiebranche in Deutschland blickt einer geplanten Entlastung mit gemischten Gefühlen entgegen. Die zum 1. Januar 2026 beschlossene Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf sieben Prozent wird nach Einschätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) durch die ansteigende Mindestlohnerhöhung wieder neutralisiert. Dies bedeutet im Klartext: Die erhofften sinkenden Preise für die Verbraucher werden voraussichtlich ausbleiben.
Branchenverband: Zeichen der Zeit stehen auf Entlastung
Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga Bayern, äußerte sich gegenüber der „Bild“ (Samstagausgabe) enttäuscht über die erwartete Wirkung der Steuersenkung. Er erklärte, dass die Senkung zwar dazu dienen sollte, Kostensteigerungen abzufedern, dies aber durch die gestiegenen Lohnkosten wohl nicht mehr ausreichen werde. „Insgesamt müssen die Zeichen der Zeit weiterhin auf Entlastung stehen“, mahnte Geppert angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen für die Gastronomen.
Hoher Kostendruck bleibt bestehen
Patrick Rothkopf, Präsident der Dehoga Nordrhein-Westfalen, schloss sich dieser Einschätzung an und verwies auf die „äußerst angespannte Lage mit sehr hohem Kostendruck“, die durch die bevorstehende Mindestlohnerhöhung weiter verschärft werde. Die Erhöhung des Mindestlohns von aktuell 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde ab dem kommenden Jahr stellt eine erhebliche zusätzliche Belastung für die Betriebe dar. Rothkopf machte deutlich, dass unter diesen Umständen keine Preissenkungen zu erwarten seien.
Beschluss zur Steuersenkung und Mindestlohnerhöhung
Der Bundesrat hatte am Freitag die dauerhafte Reduzierung der Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie von derzeit 19 auf sieben Prozent beschlossen. Diese Maßnahme war ursprünglich als Unterstützung für die von der Pandemie gebeutelte Branche gedacht. Zeitgleich tritt jedoch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Kraft, was die finanziellen Spielräume der Gastronomen erheblich einschränken dürfte. Die Kombination aus entfallenden Steuervorteilen und steigenden Lohnkosten lässt die Branche daher auf weitere Entlastungen hoffen.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)


