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Kleine Phase-Ib/II-Studie aus Freiburg

Freiburger Studie: Bei 26 von 27 besserten sich schwere Nebenwirkungen

Eine kleine, offene Studie unter Freiburger Leitung liefert ein starkes, aber noch vorläufiges Signal: Bei 26 von 27 auswertbaren Krebspatientinnen und -patienten besserten sich schwere, kortisonresistente Nebenwirkungen einer Immuntherapie innerhalb von zwölf Wochen teilweise oder vollständig. Untersucht wurde die extrakorporale Photopherese. Die Studie hatte keine Kontrollgruppe; größere randomisierte Vergleiche müssen deshalb erst zeigen, wie viel des beobachteten Effekts tatsächlich auf die Behandlung zurückgeht.

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Immunfluoreszenz-Aufnahmen von entzündetem Darmgewebe vor und nach einer Photopherese
Darmgewebe vor (links) und nach der Therapie: Immunzellen sind in der Immunfluoreszenz-Färbung farblich markiert.
Foto: Universitätsklinikum Freiburg

Was die 96-Prozent-Zahl tatsächlich aussagt

Die prospektive Phase-Ib/II-Studie schloss 30 Erwachsene ein, die nach einer Immuncheckpoint-Therapie schwere entzündliche Nebenwirkungen entwickelt hatten. Betroffen waren unter anderem Darm, Leber, Haut oder Lunge. Voraussetzung war, dass eine Behandlung mit hoch dosiertem Kortison nicht ausreichend geholfen hatte. Die Untersuchung lief an den Universitätsklinika Freiburg, Essen und Regensburg.

Nach zwölf Wochen waren 27 Teilnehmende für die Wirksamkeitsauswertung verfügbar. Bei 26 von ihnen gingen die Beschwerden vollständig oder um mindestens einen Schweregrad zurück. Daraus ergibt sich eine Gesamtansprechrate von 96,3 Prozent. Das statistische 95-Prozent-Konfidenzintervall reicht allerdings von 81,0 bis 99,91 Prozent – ein sichtbarer Hinweis auf die Unsicherheit der kleinen Stichprobe.

Für einzelne Organreaktionen lagen die Raten bei 13 von 13 Fällen mit Darmentzündung, 13 von 15 Fällen mit Leberentzündung und drei von drei Fällen mit Hautentzündung. Diese Untergruppen sind sehr klein. Die Werte dürfen daher weder als Erfolgsgarantie noch als gesicherter Vergleich mit anderen Behandlungen verstanden werden.

Wie die Photopherese das Immunsystem beeinflussen soll

Bei der extrakorporalen Photopherese, kurz ECP, werden weiße Blutkörperchen aus dem Blut getrennt, mit dem lichtempfindlichen Wirkstoff Methoxsalen behandelt und anschließend mit UV-A-Licht bestrahlt. Danach erhält die Patientin oder der Patient die Zellen zurück. In der Studie fand die Behandlung zunächst an zwei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche statt, später im Zwei-Wochen-Rhythmus.

Ziel ist nicht eine breite Unterdrückung des Immunsystems, sondern eine gezieltere Beruhigung der überschießenden Entzündungsreaktion. Begleitende Analysen zeigten während der Behandlung weniger entzündungsfördernde Signale in Immunzellen und im Darmgewebe. Solche Laborbefunde stützen den angenommenen Mechanismus, beweisen aber für sich allein keinen klinischen Vorteil.

Der wichtigste Endpunkt betraf zunächst die Sicherheit

Der vorab festgelegte primäre Endpunkt der Studie war die Sicherheit. Keine der beobachteten schweren Komplikationen wurde der Photopherese zugeschrieben. Behandlungsbezogene unerwünschte Ereignisse wurden bei sechs der 30 Teilnehmenden dokumentiert. Die Studie erreichte damit ihr Sicherheitsziel.

Die hohe Ansprechrate war ein sekundärer Endpunkt. Weil die Untersuchung offen, nicht randomisiert und ohne Kontrollgruppe durchgeführt wurde, lässt sich nicht sicher trennen, welcher Anteil der Besserung auf die Photopherese, andere begleitende Maßnahmen oder den natürlichen Verlauf zurückging. Die Autorinnen und Autoren fordern deshalb selbst randomisierte Folgestudien.

Hinzu kommt ein möglicher Interessenkonflikt: Die Arbeit erhielt neben öffentlicher und gemeinnütziger Forschungsförderung auch einen Forschungszuschuss von Therakos EMEA. Mehrere Beteiligte melden Honorare oder andere Beziehungen zu Therakos beziehungsweise weiteren Pharmaunternehmen. Das entwertet die Ergebnisse nicht, gehört aber zur Einordnung.

MDR-Zertifizierung gilt für ein konkretes System

Das in der Studie verwendete THERAKOS-CELLEX-System ist inzwischen nach der europäischen Medizinprodukteverordnung für erwachsene Patientinnen und Patienten mit immunvermittelten Nebenwirkungen einer Immuncheckpoint-Therapie zertifiziert, wenn Kortison nicht ausreichend wirkt. Das ist eine Erweiterung des vorgesehenen Anwendungsbereichs eines konkreten Medizinprodukts – kein pauschaler Wirksamkeitsbeweis für jede Form der Photopherese und keine Empfehlung zur Selbstentscheidung über eine Behandlung.

Für Betroffene bleibt die Auswahl der Therapie eine fachärztliche Entscheidung. Die neue Studie liefert dafür ein relevantes Sicherheitssignal und eine auffällig hohe Ansprechrate. Ob die Methode anderen verfügbaren Strategien überlegen ist und welche Patientengruppen am meisten profitieren, kann erst ein kontrollierter Vergleich beantworten.

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Universitätsklinikum Freiburg; Nature Communications, DOI 10.1038/s41467-026-78897-9; EU Clinical Trials Information System; Therakos Europe

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