Wirtschaftspakt soll Exporte verdoppeln

EU und Indien beenden Handelsgespräche: Größter Deal der EU steht bevor

EU und Indien beenden Handelsgespräche: Größter Deal der EU steht bevor
Foto: Markt in Neu-Delhi (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Europäische Union und Indien haben nach intensiven Verhandlungen die Weichen für ein umfassendes Freihandelsabkommen gestellt. Dieses Abkommen, als eines der größten seiner Art für die Union, zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Verbindungen und die politische Partnerschaft auf eine neue Stufe zu heben. Nach Angaben der EU-Kommission könnten die Exporte in die aufstrebende Wirtschaftsmetropole bis 2032 eine deutliche Steigerung erfahren.

Handelspartner mit Potenzial

Lange Ringen um den Deal: Nach zähen Verhandlungen haben die EU und Indien ihre Gespräche über ein ambitioniertes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Dieses Abkommen gilt als Meilenstein und soll die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den beiden globalen Wirtschaftsräumen maßgeblich stärken. Die EU-Kommission bestätigte die Einigung am Dienstag und sieht großes Potenzial.

Brüssel prognostiziert eine Verdopplung der EU-Exporte nach Indien bis zum Jahr 2032. Grund dafür ist die geplante Abschaffung oder deutliche Reduzierung von Zöllen auf 96,6 Prozent der von der EU nach Indien exportierten Waren. Das ist eine deutliche Ansage für die heimische Wirtschaft deutscher Unternehmen, die auf den indischen Markt abzielen.

Derzeit beläuft sich der jährliche Handel zwischen der EU und Indien bereits auf respektable 180 Milliarden Euro, was fast 800.000 Arbeitsplätze in Europa sichert. Mit dem neuen Abkommen werden voraussichtlich jährliche Einsparungen von rund 4 Milliarden Euro bei den Zöllen auf europäische Produkte erwartet. Insbesondere die EU-Schlüsselindustrien sowie der Agrar- und Lebensmittelsektor dürfen sich auf verbesserte Bedingungen freuen. Indien gewährt der EU hier Zollsenkungen, die keinem anderen Handelspartner zuteilwerden.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Das Abkommen soll aber nicht nur dem puren Wirtschaftsinteresse dienen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Förderung von Nachhaltigkeit. Ein separates Kapitel widmet sich dem Handel und der nachhaltigen Entwicklung. Hierbei stehen Umwelt- und Klimaschutz sowie die Rechte von Arbeitnehmern im Vordergrund. Geplant ist zudem die Unterzeichnung eines separaten Memorandums, um eine feste Plattform für die Zusammenarbeit im Klimaschutz zu etablieren.