Schnitzer sieht keine schnelle Entspannung

Wirtschaftsweisen-Chefin fordert Eingriff: Globale Ölreserve als Reaktion auf steigende Preise

Wirtschaftsweisen-Chefin fordert Eingriff: Globale Ölreserve als Reaktion auf steigende Preise
Foto: Öltanks (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Preise für Öl und Gas werden nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen-Vorsitzenden Monika Schnitzer weiter unter Druck stehen. Sie prognostiziert hohe Notierungen in den kommenden Tagen, deren Ausmaß stark vom Konfliktverlauf abhängt. Als mögliche Maßnahme schlägt sie den Einsatz der globalen Ölreserve vor, um das Angebot zu stabilisieren.

Keine schnelle Preiswende erwartet

Die führende Ökonomin Monika Schnitzer blickt mit Sorge auf die weitere Entwicklung der Energiepreise.

„Wir müssen damit rechnen, dass die Preise in den kommenden Tagen hoch bleiben und möglicherweise noch weiter steigen werden“, sagte Schnitzer der „Rheinischen Post“. Die Intensität und Dauer des aktuellen Konflikts wird dabei maßgeblich über die weitere Preisentwicklung entscheiden.

Produktionsausfälle und Unsicherheit treiben Preise

Produktionsanlagen werden beschädigt, Transportrouten stark beeinträchtigt und Energieunternehmen drosseln aus Sicherheitsgründen ihre Fördermengen. Diese Verknappung des Angebots auf dem Weltmarkt sorgt für erhebliche Unsicherheit und treibt die Preise in die Höhe. Experten befürchten, dass diese Entwicklung noch länger anhalten könnte.

Einsatz der Ölreserve als Option

Die Münchener Ökonomin regt die Aktivierung der strategischen Ölreserve an. Diese wurde einst im Zuge der Ölkrise etabliert und dient dazu, in Krisenzeiten das Angebot kurzfristig zu erhöhen und die Märkte zu stabilisieren.

„Es wäre sinnvoll, diese Option auch jetzt wieder zu diskutieren und gegebenenfalls koordiniert einzusetzen“, so Schnitzer. Die Internationale Energieagentur (IAE) könnte hier eine zentrale Rolle spielen.

Deutschland muss unabhängiger werden

Gleichzeitig appelliert Schnitzer an die Politik, den eingeschlagenen Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Importen konsequent fortzusetzen. Insbesondere der Ausbau erneuerbarer Energien und der notwendigen Netzinfrastruktur seien hierbei entscheidende Stellschrauben.

Auch die Verbraucher seien gefragt, ihren Energieverbrauch, wo immer möglich, zu reduzieren. Angesichts der aktuellen Preisspitzen sei dies ein vernünftiger Schritt, um die eigene Abhängigkeit zu verringern.