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Deutscher Polizist hilft der Mafia? Festnahme bei Mega-Razzia in Aalen – ’Ndrangheta unterwandert Polizei

Ein Polizeifahrzeug der deutschen Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht, aufgenommen von vorne bei Abenddämmerung. Im Fahrzeug sind zwei Polizisten erkennbar, während ein leuchtendes Display mit der Schrift "POLIZEI" hinter der Windschutzscheibe sichtbar ist.
Foto: Foto: Polizei BW

Aalen (Baden-Württemberg) – Es ist ein Fall, der fassungslos macht: Bei einer großangelegten Anti-Mafia-Razzia ist ein deutscher Polizist (46) festgenommen worden – der Verdacht: Geheimnisverrat und Unterstützung der kalabrischen Mafia ‘Ndrangheta!

Ergebnis: 34 Haftbefehle, 40 Durchsuchungen – davon viele auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, NRW und dem Saarland. Der nun festgenommene deutsche Polizist sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Verdacht besteht seit Jahren

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, laufen die Ermittlungen schon seit Ende 2020. Der Beamte steht im Verdacht, interne Informationen an Mafiosi verraten zu haben. Die Ermittlungen brachten dabei auch schwere Straftaten ans Licht: versuchter Totschlag, Brandstiftung, Erpressung und Geldwäsche.

Die Aufklärung ist noch nicht abgeschlossen, heißt es aus Ermittlerkreisen.

’Ndrangheta: Die gefährlichste Mafia Europas

Die ’Ndrangheta stammt aus Kalabrien und ist laut Experten mächtiger als Cosa Nostra oder Camorra. Ihr Hauptgeschäft: der internationale Drogenhandel – insbesondere Kokain, das über europäische Häfen wie Rotterdam oder Genua eingeschleust wird. Allein in Baden-Württemberg gelten laut Innenministerium rund 170 Personen als Mafia-zugehörig, Schwerpunkt: Stuttgart und Bodenseeraum.

Die Organisation ist auch in Städten wie Dresden, Mannheim, Düsseldorf oder München aktiv. Ihr Jahresumsatz wird auf bis zu 50 Milliarden Euro geschätzt – auch durch illegale Müllentsorgung und Lebensmittelbetrug.

Fazit:

Ein Polizist, der mit der Mafia gemeinsame Sache machen soll – ein schwerer Schlag für den Rechtsstaat. Die Ermittlungen zeigen aber auch: Die Sicherheitsbehörden in Deutschland und Italien machen ernst – und rücken der ‘Ndrangheta Stück für Stück auf die Pelle.

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