Mehrheit will eigene Linie bewahren

Deutsche wünschen sich klare Haltung – auch gegen Trump

Menschen gehen in einer Fußgängerzone (Archivbild). Foto: picture alliance / dpa

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich, dass die Bundesregierung bei außenpolitischen Streitfragen auch mal eigene Positionen vertritt, selbst wenn US-Präsident Donald Trump das verärgern könnte. Nur eine Minderheit setzt auf Zurückhaltung, um Provokationen zu vermeiden. Das zeigt eine neue Erhebung im Auftrag der ARD.

Bundesbürger stehen für Unabhängigkeit

Die Mehrheit der Deutschen (71 Prozent) möchte, dass die Bundesregierung bei außenpolitischen Themen auf eigenen Standpunkten beharrt. Das gilt auch dann, wenn diese Positionen US-Präsident Donald Trump verärgern könnten. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest für den „Deutschlandtrend“ der ARD. Nur jeder Fünfte (22 Prozent) plädiert dafür, sich eher zurückzuhalten, um einer Provokation Trumps aus dem Weg zu gehen.

Merz-Kritik und Trump-Reaktion

Die Debatte um ein selbstständiges deutsches Vorgehen gewinnt an Brisanz. Erst kürzlich hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Besuch in einer sauerländischen Schule die US-Politik kritisiert. Er attestierte den USA mangelnde Strategie. Daraufhin reagierte Trump auf seiner persönlichen Plattform und drohte mit dem Abzug von Truppen aus Deutschland.

Horn von Hormus: Einsatz geteilt

Ein weiterer Punkt in den deutsch-amerikanischen Beziehungen betrifft die angespannte Lage im Iran. Ein möglicher militärischer Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus wird von der Bundesregierung unterstützt. 53 Prozent der Befragten finden eine solche Beteiligung im Falle eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran richtig. 36 Prozent lehnen den Einsatz ab. Bei den Anhängern von Union, SPD und Grünen gibt es deutliche Zustimmung (rund 70 Prozent). AfD- und Linken-Wähler zeigen sich dagegen mehrheitlich skeptisch.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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