Dax unter Druck
Der Dax hat am Donnerstag Verluste verzeichnet. Zum Xetra-Handelsschluss fiel der Index um 0,5 Prozent auf 24.491 Punkte. Dies markiert eine erste Bewährungsprobe für das noch junge Börsenjahr 2026.
Konjunkturoptimismus trifft Anlegerzögern
Analysten sehen eine Diskrepanz zwischen positiven Wirtschaftsdaten und der Marktreaktion. „So wie der Dax in den vergangenen Monaten der erhofften konjunkturellen Belebung vorausgeeilt ist, so schwer fällt es den Anlegern, bei jetzt überraschend positiven Indikatoren wie den heute gemeldeten Auftragseingängen noch nachzukaufen“, erklärt Christine Romar, Head of Europe bei CMC Markets. Die deutschen Auftragseingänge zeigten das größte monatliche Plus seit zwei Jahren, was auf eine mögliche Überwindung der Talsohle in der Industrie hindeuten könnte.
Irritierende Börsenlogik
Romar weist auf eine bekannte Dynamik hin: „Dass Börse und Wirtschaft allerdings nicht immer in die gleiche Richtung laufen, kennen wir bereits aus den vergangenen, eher konjunkturtrüben zwei Jahren.“ Damals erreichte der Dax Rekordhöhen, während die Wirtschaft litt. Nun scheine sich das Blatt zu wenden.
Als Ursachen für den Abgabedruck nennt Romar den steigenden Druck auf die „Magnificent Seven“ an der Wall Street. Quartalsbilanzen führten trotz guter Zahlen zu Verkäufen, bedingt durch die Angst vor nicht schnell genug monetarisierbaren KI-Investitionen. Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, beschleunigten zudem ihre Talfahrt, was eine Liquidiationsspirale in Gang setze.
Verpasste Marke und neue Risiken
Der Dax könne sich diesem Abwärtssog nicht entziehen und müsse das kurzfristige Ziel von 25.000 Punkten vorerst aufgeben. Der als Fehlausbruch einzuschätzende Rücksetzer stelle sich im Nachhinein als „klassische Bullenfalle“ heraus. „Das noch junge Börsenjahr 2026 steht jetzt vor seiner ersten ernsthaften Bewährungsprobe“, warnt Romar. „Können sich die Märkte in den kommenden Tagen nicht zumindest stabilisieren, dürften auch die ersten langfristig orientierten Anleger das Handtuch werfen.“
Devisen, Gold und Öl schwächeln
Auch die europäischen Märkte gerieten unter Druck. Der Euro fiel am Donnerstagnachmittag leicht auf 1,1789 US-Dollar. Der Goldpreis gab deutlich nach und wurde für eine Feinunze zu 4.857 US-Dollar gehandelt (-2,2 Prozent). Auch der Ölpreis sank spürbar: Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 3,0 Prozent auf 67,35 US-Dollar.


