Lagerfeuer-Rhetorik schadet mehr, als sie nützt
Die Art und Weise, wie die Union über notwendige Reformen in den Sozialsystemen spricht, stößt innerhalb der Partei auf Widerstand. Denis Radtke, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), äußerte im „Handelsblatt“ deutliche Kritik: „Wenn man für handverlesene Wirtschaftsverbandsfunktionäre rhetorisch eine Lagerfeuerstimmung erzeugt und dabei aber das halbe Land vor den Kopf stößt, hat man faktisch kein Problem gelöst und gleichzeitig die Stimmung weiter verschlechtert.“
Nur „Blaumacher“ sind nicht das Problem
Radtke hinterfragt die Kommunikationsstrategie der Partei. Zwar räumt er ein, dass es schwarze Schafe gebe und manche Menschen Work-Life-Balance priorisierten. „Aber das ist doch nicht die große Mehrheit“, mahnte er seine Parteifreunde. Es brauche Anreize und bessere Rahmenbedingungen, anstatt pauschal auf Teile der Bevölkerung zu zeigen.
Die Arbeitnehmervertreter fühlen sich in der Partei oft vom Wirtschaftsflügel um Friedrich Merz und Carsten Linnemann überstimmt. „Wenn der Eindruck entsteht, wir hätten nicht mal eine grobe Vorstellung vom Alltag von Millionen Menschen in unserem Land, dann wird man so kein Vertrauen zurückgewinnen – im Gegenteil“, so Radtke.


