Frauengesundheit im Fokus

Bundesgesundheitsministerin Warken will die ‚Gender Health Gap‘ schließen

Foto: Nina Warken am 11.12.2025, via dts Nachrichtenagentur

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, die Ungleichbehandlung von Frauen in der Medizin entschieden anzugehen. Die sogenannte 'Gender Health Gap', bei der Frauen oft anders behandelt werden als Männer, soll geschlossen werden. Forschung und Ausbildung sollen hierfür angepasst werden.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, mehr gegen eine ungerechte Behandlung von Frauen und Männern in der Medizin tun und diese sogenannte „Gender Health Gap“ schließen zu wollen. „Es gibt eine im Vergleich zu Männern teilweise ungerechte Behandlung von Frauen in der Medizin“, sagte Warken der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Es ist erschreckend, dass erst seit wenigen Jahren Bedürfnisse von Frauen in klinischen Studien berücksichtigt werden.“

Herausforderungen bei Symptomen und Medikamentenwirkung

Frauen leiden unter anderen Symptomen als Männer, beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Medikamente wirken im weiblichen Körper anders als im männlichen. All das wird auch noch viel zu wenig im Medizinstudium und in der ärztlichen Ausbildung berücksichtigt. Wir müssen diese Wissenslücke schnellstmöglich schließen“, so die CDU-Politikerin.

Förderung und politische Adressierung spezifischer Erkrankungen

Im Bundesgesundheitsministerium steht ein Fördertopf mit 11,5 Millionen Euro bis 2029 zur Verfügung, um Forschungsvorhaben für eine bessere Versorgung von Frauen voranzutreiben. „Weitere Mittel stehen im Forschungsministerium von Dorothee Bär zur Verfügung, um Forschungsprojekte zu fördern. Mir geht es aber auch politisch darum, typisch weibliche Erkrankungen oder Einschränkungen etwa durch Regelschmerzen, die Folgen von Endometriose oder der Menopause zu adressieren“, sagte Warken.

Skepsis gegenüber „Menstruationsurlaub“ und Fokus auf Sensibilisierung

Das Beispiel aus Spanien, wo Frauen bei starken Regelschmerzen „Menstruationsurlaub“ nehmen dürfen, sieht Warken skeptisch. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn Führungskräfte für dieses Thema sensibilisiert würden und Frauen sich während ihrer teils heftigen Beschwerden nicht zusätzlich unter Druck gesetzt fühlten.“ Dies führe oft dazu, dass Frauen sich für eine Teilzeit- statt Vollzeitbeschäftigung entscheiden würden, was laut Warken aber nicht die Lösung sei. Daher hat sie einen Dialogprozess gestartet, um dieses Thema offen zu besprechen.

(Mit Material der der dts Nachrichtenagentur erstellt)