Klarer Kurswechsel bei der Bahn
Bahnchef Evelyn Palla macht Ernst: Unrentable Randgeschäfte sollen künftig auf den Prüfstand. Das Eisenbahnfahren rückt stärker in den Fokus.
„Kerngeschäft, das ist das richtige Triggerwort“, sagte Palla dem „Stern“. Damit meint sie vor allem Angebote, die die sogenannte erste und letzte Meile abdecken. Dienste wie Call-a-bike oder Flinkster sollen nur dann weitergeführt werden, wenn sie auch Geld einbringen.
Die genauen Bereiche, in denen die Bahn profitabel ist und wo nicht, ließ Palla zwar offen. Sie machte aber unmissverständlich klar: „Wo heute Minus ist, muss demnächst ein Plus stehen.“
Millionen-Deals und Schuldenabbau
Der DB-Konzern zählt über 500 Beteiligungen in seiner Bilanz. Etliche davon sind im Ausland angesiedelt.
Im vergangenen Jahr verkaufte die Bahn bereits die hochprofitable Logistiktochter DB Schenker. Auch das internationale Personenverkehrsunternehmen Arriva, das in Ländern wie Großbritannien, Italien und den Niederlanden tätig war, ist nicht mehr Teil des Konzerns. Diese Verkäufe dienten nicht nur strategischen Überlegungen, sondern trugen auch zur Reduzierung der erheblichen Schuldenlast der Bahn bei.
Auslandsprojekte auf dem Verkaufszettel
Auch bei großen Schienenprojekten im Ausland zieht sich die DB zurück.
Vor allem Indien und Uruguay sind betroffen. Die dortigen Projekte werden derzeit von der Tochtergesellschaft DB E.C.O. Group betreut. „Das ist ein Geschäft, von dem wir uns mittelfristig trennen werden“, so Palla gegenüber dem „Stern“. Diese Entscheidung fügt sich nahtlos in die Strategie ein, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und unprofitable Bereiche abzugeben.


