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Rettungsversuch ist gescheitert

Aus nach 75 Jahren: Traditionsfirma in Baiersbronn macht dicht – 220 Beschäftigte betroffen

Für die rund 220 Beschäftigten von Frischfaser Karton in Baiersbronn gibt es keine Rettung mehr. Nach dem 7. September soll der Betrieb des insolventen Kartonherstellers eingestellt werden. Ein möglicher Investor ist abgesprungen. Noch im Juli hatte der Insolvenzverwalter von mehreren Interessenten gesprochen und auf eine Fortführung des traditionsreichen Werks im Landkreis Freudenstadt gehofft.

Ein Stempel mit der Aufschrift "INSOLVENT", der von einer Hand gehalten wird, im Hintergrund ein unscharfer Laptop.
filmfoto – depositphotos.com

Für die rund 220 Beschäftigten von Frischfaser Karton in Baiersbronn gibt es keine Rettung mehr. Nach dem 7. September soll der Betrieb des insolventen Kartonherstellers eingestellt werden. Ein möglicher Investor ist abgesprungen. Noch im Juli hatte der Insolvenzverwalter von mehreren Interessenten gesprochen und auf eine Fortführung des traditionsreichen Werks im Landkreis Freudenstadt gehofft.

Frischfaser Karton schließt nach dem 7. September

Das insolvente Kartonwerk Frischfaser Karton in Baiersbronn steht vor dem Aus. Die rund 220 Beschäftigten arbeiten derzeit noch bestehende Aufträge ab und verbrauchen das verbliebene Material. Nach dem 7. September soll der Betrieb eingestellt werden. Das teilte ein Sprecher der Gemeinde Baiersbronn dem SWR mit.

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Nach Angaben der Gemeinde fehlt inzwischen das Geld, um den Betrieb weiterzuführen und die Beschäftigten weiter zu bezahlen. Damit ist die Hoffnung auf eine Rettung des traditionsreichen Industriestandorts im Landkreis Freudenstadt vorerst gescheitert.

220 Beschäftigte von der Schließung betroffen

Besonders schwer wiegt die Betriebseinstellung für die Belegschaft. Rund 220 Menschen arbeiten bei Frischfaser Karton in Baiersbronn. Die Gemeinde versucht nach eigenen Angaben, neue Perspektiven für die Betroffenen zu finden und die Fachkräfte möglichst in der Region zu halten.

Dazu steht Baiersbronn nach Angaben eines Gemeindesprechers sowohl mit örtlichen Unternehmen als auch mit Landtagsabgeordneten in Kontakt. „Wir bekommen die persönlichen Schicksale mit und versuchen zu unterstützen“, sagte der Sprecher dem SWR.

Für die Beschäftigten und ihre Familien kommt das endgültige Aus nach Wochen der Unsicherheit. Denn nach dem Insolvenzantrag hatte zunächst noch die Aussicht bestanden, den Betrieb mit einem neuen Investor fortzuführen.

Investor springt ab – Rettungsversuch scheitert

Frischfaser Karton hatte im Juni 2026 beim Amtsgericht Rottweil einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb lief anschließend zunächst weiter. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten waren für Juni, Juli und August über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert.

Parallel begann die Suche nach einem Investor. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner von Brinkmann & Partner erklärte Mitte Juli noch, dass mehrere potenzielle Investoren konkretes Interesse an dem Unternehmen gezeigt hätten.

Zu diesem Zeitpunkt hatten nach Angaben der Kanzlei bereits erste Gespräche und Unternehmensbesichtigungen stattgefunden. Ziel war eine nachhaltige Fortführung des Standorts in Baiersbronn.

Dazu kommt es nun nicht. Nach Angaben des SWR ist ein potenzieller Kandidat abgesprungen. Eine tragfähige Investorenlösung kam damit nicht zustande. Nach Angaben der Gemeinde fehlt inzwischen das Geld, um den Betrieb und die Bezahlung der Beschäftigten weiter aufrechtzuerhalten.

Im Juli liefen die Maschinen noch rund um die Uhr

Wie schnell sich die Perspektive für Frischfaser Karton verändert hat, zeigt der Blick auf die Situation wenige Wochen zuvor.

Mitte Juli berichtete der vorläufige Insolvenzverwalter noch von einem stabil laufenden Geschäftsbetrieb. Die Produktion sei im durchgehenden 24-Stunden-Betrieb gelaufen. Kundenaufträge seien planmäßig produziert und ausgeliefert worden, gleichzeitig seien weiterhin neue Bestellungen eingegangen.

Auch die Investorensuche vermittelte zu diesem Zeitpunkt Hoffnung. Mehrere Interessenten beschäftigten sich nach Angaben des Insolvenzverwalters konkret mit dem Unternehmen.

Weniger als zwei Monate später ist diese Perspektive gescheitert. Die verbliebenen Aufträge werden noch abgearbeitet, vorhandenes Material wird aufgebraucht. Nach dem 7. September soll die Produktion enden.

Hohe Energiekosten belasteten Frischfaser Karton

Als Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme wurden beim Insolvenzantrag mehrere Faktoren genannt. Dazu gehörten anhaltend hohe Energiekosten, strukturelle Überkapazitäten in der europäischen Kartonbranche und ein insgesamt schwieriges Marktumfeld.

Gerade für energieintensive Industriebetriebe spielen die Kosten für Strom und andere Energieträger eine wichtige Rolle. Bei Frischfaser Karton trafen diese Belastungen nach Angaben aus dem Insolvenzverfahren auf schwierige Bedingungen im europäischen Markt.

Nach damaligen Angaben aus dem Insolvenzverfahren erzielte das Unternehmen zuletzt einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro.

Karton für Lebensmittel, Pharma und Kosmetik

Frischfaser Karton produziert in Baiersbronn Frischfaserkarton. Dabei handelt es sich insbesondere um Faltschachtelkarton, der für Verpackungen verwendet wird.

Zu den wichtigen Einsatzgebieten zählen die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Nach Unternehmensangaben lag die jährliche Produktion des Standorts zuletzt bei rund 92.000 bis 95.000 Tonnen Karton.

Das Werk blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Seit rund 75 Jahren wird am Standort in Baiersbronn Karton hergestellt. Mit der angekündigten Betriebseinstellung endet damit eine lange industrielle Tradition in der Schwarzwaldgemeinde.

Gemeinde will Fachkräfte in der Region halten

Für Baiersbronn bedeutet die Schließung vor allem den drohenden Verlust von rund 220 Industriearbeitsplätzen. Die Auswirkungen reichen damit über das Unternehmen selbst hinaus.

Die Gemeinde hat deshalb nach eigenen Angaben begonnen, nach Perspektiven für die Beschäftigten zu suchen. Oberstes Ziel sei es, die Fachkräfte möglichst in der Region zu halten. Dafür steht die Kommune mit anderen örtlichen Unternehmen und politischen Vertretern in Kontakt.

Vorerst läuft die Produktion noch. Die Beschäftigten arbeiten die vorhandenen Aufträge ab und verbrauchen das restliche Material. Nach dem 7. September soll der Betrieb von Frischfaser Karton in Baiersbronn eingestellt werden.

Häufige Fragen zu Frischfaser Karton in Baiersbronn

Wann schließt Frischfaser Karton in Baiersbronn?

Nach Angaben der Gemeinde soll der Betrieb nach dem 7. September 2026 eingestellt werden. Bis dahin werden noch bestehende Aufträge abgearbeitet und vorhandene Materialien verbraucht.

Wie viele Beschäftigte sind betroffen?

Rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei Frischfaser Karton in Baiersbronn.

Warum ist Frischfaser Karton insolvent?

Als Ursachen wurden anhaltend hohe Energiekosten, strukturelle Überkapazitäten in der europäischen Kartonbranche und ein schwieriges Marktumfeld genannt.

Gab es einen Investor für Frischfaser Karton?

Im Juli berichtete der vorläufige Insolvenzverwalter von konkretem Interesse mehrerer potenzieller Investoren. Nach Angaben des SWR ist später ein möglicher Kandidat abgesprungen. Eine Lösung zur Fortführung des Betriebs kam nicht zustande.

Was produziert Frischfaser Karton?

Das Werk produziert Frischfaserkarton, insbesondere Faltschachtelkarton für Verpackungen. Zu den Einsatzbereichen gehören unter anderem die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie.

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Quellen
  • SWR Aktuell, 31. August 2026: „Traditionsfirma stellt Betrieb in Baiersbronn ein: 220 Beschäftigte betroffen“.
  • Brinkmann & Partner, 14. Juli 2026: Mitteilung zum laufenden Geschäftsbetrieb und zum Investorenprozess bei der Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH.
  • Mitteilung zum Insolvenzantrag der Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH vom 25. Juni 2026: Angaben zu Beschäftigten, Insolvenzgeld, Umsatz, Produktion und wirtschaftlichen Ursachen

Quellen und Methodik:
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