Deutschlandticket in Gefahr

Hohe Dieselpreise: Nahverkehr kämpft ums Überleben

Bus an einer Haltestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Deutschlands Nahverkehr ächzt unter explodierenden Dieselkosten. Eine Umfrage unter Verkehrsunternehmen zeigt: Die Betriebsausgaben sind im Schnitt um knapp 30 Prozent gestiegen. Jetzt drohen Angebotskürzungen und eine Abwertung des vielversprechenden Deutschlandtickets. Bund und Länder sind gefordert, die drohende Schieflage abzuwenden.

Mehrkosten bei Bus und Bahn

89,5 Prozent der öffentlichen Verkehrsunternehmen in Deutschland melden deutlich höhere Betriebskosten. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die monatlichen Ausgaben für Diesel sind demnach im Durchschnitt um 27,5 Prozent angewachsen.

VDV-Geschäftsführer Alexander Möller warnt nun vor einem Kahlschlag im Nahverkehr. Wegen der „explodierenden Preise“ werde die Verkehrsleistung sinken. „Im regionalen Zugverkehr und auch für die Verkehre in den Städten und im ländlichen Raum“, sagte Möller der „Rheinischen Post“. Dies bedrohe die Attraktivität des gerade erst etablierten Deutschlandtickets.

Die Attraktivität leide „Nicht wegen des Preises, sondern wegen des schlechter werdenden ÖPNV-Angebots“, so Möller. Das Ticket kostet derzeit 63 Euro, ein neuer Preis wird im September festgelegt. Mit dem Dieselpreisschub, der indirekt auch durch die Iran-Krise befeuert wird, gerate das System ohne Ausgleichsmaßnahmen unter Druck. Bisherige Kostensteigerungen konnte die Branche abfedern. „Jetzt geht das nicht mehr“, betont Möller. Er fordert Bund und Länder auf, zum Handeln. Nur so könne ein Kollaps des Systems verhindert werden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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