Chef von Vestas sieht Europas Nachlässigkeit

Windkraft-Boss warnt vor neuer Energiekrise

Windkraft-Boss warnt vor neuer Energiekrise

Ein Feld mit Windkraftanlagen im Sonnenuntergang. (Archivbild)

Der Chef des dänischen Windkraft-Giganten Vestas, Henrik Andersen, schlägt Alarm: Europa droht laut seiner Einschätzung eine neue Energiekrise. Er kritisiert die nachlassende Wachsamkeit angesichts geopolitischer Risiken und fordert eine stärkere Eigenständigkeit bei der Energieversorgung der EU.

Europa unterschätzt Risiken

Europa hat sich laut Henrik Andersen, dem CEO von Vestas, zu sehr an seinen Wohlstand gewöhnt und die aktuellen Risiken unterschätzt. „Die eigentliche Krise kommt erst noch“, so Andersen im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Der Chef des weltweit größten Windkraftanlagenbauers warnt eindringlich vor den Folgen der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere mit Blick auf den Konflikt im Iran.

Mehr Souveränität gefordert

Die Europäische Union müsse entschieden mehr für eine eigene und damit souveräne Energieversorgung tun, fordert Andersen. „Wir lassen immer noch zu, dass andere Regionen die Energieversorgung Europas kontrollieren.“ Die Politik der EU sei oft von viel Gerede, aber wenig spürbarem Handeln geprägt, bemängelte der Manager. Ein klarer und koordinierter Ansatz fehle.

Europäischer Energiemanager nötig

Konkret schlägt Andersen die Ernennung eines europäischen Energiemanagers vor. Dieser solle bei regelmäßigen monatlichen Treffen den Ausbau erneuerbarer Energien federführend überwachen und vorantreiben. Sonst laufe die EU Gefahr, wie von Andersen prophezeit, nach drei Jahren und zahlreichen neuen Richtlinien weiterhin stark von Energieimporten abhängig zu bleiben. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es lediglich eine neue EU-Richtlinie geben und alle 27 Mitgliedstaaten werden drei Jahre Zeit haben, sich zu überlegen, wie sie sie umsetzen, und nach drei Jahren werden wir immer noch zu 55 Prozent abhängig von Energieimporten sein“, sagte Andersen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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