Weniger Verträge, weniger Plätze
Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2025 wurden bundesweit nur 476.000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sind deutlich weniger als in den Vorjahren und ein trauriger Rekord. Das Lehrstellenangebot der Unternehmen schrumpfte ebenfalls spürbar.
Fast 530.335 Ausbildungsplätze wurden im vergangenen Jahr registriert – ein Rückgang um rund 25.000 im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht einem Minus von 4,6 Prozent. Ein so starker Rückgang beim Angebot war seit 2009 nicht mehr zu verzeichnen, abgesehen von den coronabedingten Einschnitten.
Nachfrage übersteigt Angebot seit Jahren
Während die Betriebe weniger ausbilden, steigt die Zahl der jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen. Zum dritten Mal in Folge verzeichneten die Statistiken einen leichten Zuwachs bei der Nachfrage. Auf dem Arbeitsmarkt bedeutet das: Das Angebot hinkt der Nachfrage deutlich hinterher.
Die Konsequenzen sind bitter. Knapp 40.000 junge Menschen blieben im vergangenen Jahr komplett unversorgt. Sie erhielten weder einen Ausbildungsplatz noch eine alternative Chance wie ein Praktikum oder eine Berufsvorbereitungsmaßnahme. Eine Zahl, die seit 2009 nicht mehr erreicht wurde.
Gewerkschaften fordern sofortiges Handeln
Elke Hannack, Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), übt scharfe Kritik. Sie spricht von einer „Ausbildungsmisere“ und fordert ein entschlossenes Entgegensteuern. „Trotz aller Klagen über einen vermeintlichen Fachkräftemangel bilden immer weniger Arbeitgeber aus“, zitiert das „Handelsblatt“ Hannack. Der DGB setzt sich für eine Ausweitung der Ausbildungsgarantie ein, um allen Jugendlichen eine Perspektive zu geben.




