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Von Silvesterritten bis Neujahrsbrezeln

Willkommen Neujahr: Baden-Württembergs schönste Traditionen

Silversterzug in Schilctach –Versammlung der Teilnehmer vor Beginn des Zugs am Marktplatz
Silverstzerzug in Schiltach: Versammlung der Teilnehmer vor Beginn des Zugs am Marktplatz
Foto: Von Bk muc – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org

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In Baden-Württemberg wird der Jahreswechsel nicht einfach nur gefeiert – hier wird er zelebriert! Mit einer Prise Geschichte, einem Schuss Lokalkolorit und einer großen Portion Gemeinschaftsgeist begrüßen die Menschen das neue Jahr auf ihre ganz eigene, traditionelle Weise.

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Es ist ein buntes Mosaik aus Bräuchen, das sich über das ganze Land erstreckt und jedem Jahresende eine ganz besondere, persönliche Note verleiht.

Glücksbringer zum Jahreswechsel: Neujahrsgebäck in Baden-Württemberg

Wenn es um Neujahrsgebäck geht, zeigt sich Baden-Württemberg von seiner süßesten Seite. Die Neujahrsbrezel, ein Gebäck, das Glück bringen soll, ist hier nicht einfach nur eine Leckerei. Sie ist ein kunstvolles Meisterwerk, das in vielen Variationen daherkommt. Ob groß oder klein, aus süßem Milch- oder Hefeteig, jede Brezel wird mit Liebe und Sorgfalt zubereitet. In manchen Orten wird sogar um das Gebäck gewürfelt, eine Tradition, die das Gemeinschaftsgefühl stärkt und für eine Menge Spaß sorgt. Diese Gebäcke sind mehr als nur Nahrung; sie sind ein Symbol für Hoffnung, Wohlstand und das süße Leben, das man sich im neuen Jahr erhofft.

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Bild von Esther Merbt auf Pixabay

Der Silvesterritt in Westhausen: Pferde, Pathos und ein Gelübde

In Westhausen wird das neue Jahr mit einem Paukenschlag eingeläutet: dem Silvesterritt. Dieser beeindruckende Umzug ist weit mehr als eine lokale Attraktion; er ist ein lebendiges Zeugnis tief verwurzelter Traditionen. Angefangen hat alles mit einer Viehseuche und einem Gelübde im 17. Jahrhundert. Die Gemeinde versprach, eine Kapelle zu errichten, sollte der heilige Silvester sie von ihrem Leid erlösen. Als die Seuche endlich nachließ, wurde das Versprechen eingelöst. Heute ist der Ritt ein symbolträchtiges Ereignis, das nicht nur die Reitergemeinschaft, sondern auch Schaulustige aus nah und fern anzieht. Mit festlich geschmückten Pferden und einer Atmosphäre, die von Vorfreude und Stolz nur so sprüht, ist der Silvesterritt ein echtes Highlight im Jahreskalender.

Silvesterwiegen in Nürtingen: Gewicht mit Bedeutung

Das Silvesterwiegen in Nürtingen ist eine Veranstaltung mit Herz. Seit 1832 messen sich hier Bürger und Politiker auf der Sackwaage, nicht aus Eitelkeit, sondern für den guten Zweck. Jedes gewogene Kilogramm bedeutet eine Spende für wohltätige Zwecke. Eine Tradition, die zeigt, wie Feiern und soziales Engagement Hand in Hand gehen können. Die Teilnehmer, oft in festlicher Kleidung, treten vor die Gemeinschaft, um sich wiegen zu lassen, während die Zuschauer mit Spannung das Ergebnis erwarten. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Heiterkeit und Anteilnahme, wobei der wahre Geist der Veranstaltung in der Großzügigkeit und dem Gemeinschaftssinn liegt.

Ketsch: Süße Geschenke zum Neujahr

In Ketsch im Rhein-Neckar-Kreis wird die Beziehung zwischen Paten und Patenkindern besonders zelebriert. Mit liebevoll handgefertigten Zuckerschachteln, der „Gedl“, gefüllt mit süßen Leckereien, wird den Kindern ein süßer Start ins neue Jahr geschenkt. Diese Tradition unterstreicht die Bedeutung von Fürsorge und familiären Bindungen in der Gemeinschaft. Jede Schachtel ist ein Kunstwerk, das die individuelle Beziehung zwischen Pate und Patenkind widerspiegelt. Die Freude und das Leuchten in den Augen der Kinder, wenn sie ihre Zuckerschachteln erhalten, sind ein herzerwärmender Anblick und ein Beweis für die tiefe Verbundenheit innerhalb der Gemeinschaft.

Mutige Schwimmer und Läufer: Sportliche Willkommensgrüße für das Neue Jahr

Der Jahreswechsel in Baden-Württemberg ist nichts für Warmduscher. Mutige Schwimmer stürzen sich in eisige Gewässer, während Läufer in verschiedenen Städten ihre Vorsätze mit einem Lauf ins neue Jahr starten. Diese Veranstaltungen, oft organisiert und überwacht von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, sind ein Symbol für Mut, Erneuerung und die Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das eisige Wasser und die kalte Luft sind nicht nur eine physische Herausforderung, sondern auch ein symbolischer Akt des Reinigens und Neubeginns. Die Gemeinschaft, die sich um diese Ereignisse bildet, teilt ein Gefühl der Stärke und des Optimismus, das ins neue Jahr getragen wird.

Schiltacher Silvesterzug: Ein leuchtender Abschied vom Alten Jahr

In Schiltach wird der Jahreswechsel auf eine ganz besondere, besinnliche Weise begangen: mit dem traditionellen Silvesterzug. Am 31. Dezember versammelt sich die Gemeinde, um gemeinsam das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Mit Kerzen und Christbäumen an den Fenstern geschmückt, schafft der Ort eine stimmungsvolle Atmosphäre, die zum Gedenken und Feiern einlädt.

Willkommen Neujahr: Baden-Württembergs schönste Traditionen Silvesterzug Schiltach Laterne
Klassische Laterne wie sie beim Zug Verwendung findet
Von Bk muc – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86264469

Pünktlich um 20.15 Uhr sammeln sich die Einwohner am Marktplatz, umzugleiten vom Klang der großen Glocke der evangelischen Stadtkirche. Mit Laternen beleuchtet, nicht mit modernen Taschenlampen oder Lampions, zieht der Zug durch die Straßen, vorbei am Pfarrhaus, bis er sich schließlich wieder am Marktplatz versammelt. Hier lauscht die Gemeinde den Worten des Bürgermeisters und des Geistlichen, die den Abschluss des Jahres würdigen und zum gemeinsamen Gesang anregen.

Historisches Böllern: Kanonendonner zum Jahreswechsel

Wenn in Villingen-Schwenningen das neue Jahr anbricht, geschieht dies mit einem spektakulären Echo aus der Vergangenheit. Hier ersetzen zwölf donnernde Kanonenschüsse das übliche Feuerwerk. Das Historische Grenadiercorps, in voller Montur, zündet auf dem Villinger Hubenloch, einer strategischen Anhöhe, die Salutschüsse. Diese Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, erinnert an die Belagerung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges und symbolisiert mit jedem Schuss einen Monat des neuen Jahres.

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Es ist ein beeindruckendes Schauspiel: Der Rauch der Kanonen, das Echo der Schüsse, die durch die kalte Morgenluft hallen, und die gespannten Gesichter der Zuschauer, die Zeugen dieses historischen Spektakels werden. In Nussdorf bei Überlingen wird ähnlich ins neue Jahr geböllert, dort allerdings bereits am Silvesternachmittag. Diese Traditionen sind nicht nur ein kraftvoller Start ins neue Jahr, sondern auch eine lebendige Erinnerung an die Geschichte und Kultur der Region. Mit jedem Böller, der in den Himmel steigt, wird ein Stück Vergangenheit in die Gegenwart geholt und mit Freude und Hoffnung in das kommende Jahr geblickt.

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Vielfältig und lebendig

In diesem bunten Reigen aus Traditionen und Bräuchen zeigt sich Baden-Württemberg von seiner vielfältigen, lebendigen und gemeinschaftlichen Seite. Der Jahreswechsel wird hier nicht nur als Übergang, sondern als ein Fest der Kultur, der Geschichte und des Miteinanders verstanden. Es ist eine Zeit, in der man inne hält, zurückblickt und dann mit Schwung und Zuversicht nach vorne schaut.

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