Kein Baustart vorerst
Der geplante fünfte Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig liegt vorerst auf Eis. Die zuständige Bauverwaltung des Bundes hat die finalen Planungsunterlagen noch nicht geprüft. Auch die langfristige Finanzierung ist ungeklärt.
Dies sei kein Ende des Projekts, versicherte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer laut Mitteilung der Bundesregierung. Das Vorhaben könne vielmehr in das laufende Haushaltsverfahren eingebracht und parlamentarisch beraten werden. Die Gesamtkosten des dringend benötigten Neubaus, der Platz für physische Neuzugänge und ältere Bestände schaffen soll, werden auf über 100 Millionen Euro geschätzt.
Digitalisierung als Zukunftsweg
Weimer bekräftigte die Verpflichtung des Bundes für die DNB als „Schatzkammer unseres schriftlichen Kulturerbes“ und deren Standort in Leipzig. Zugleich müsse der gesetzliche Sammelauftrag der Bibliothek angesichts der „veränderten Gegebenheiten der digitalen Zeit“ angepasst werden. „Wir wollen für die Umsetzung ihres umfassenden Sammelauftrags künftig auch die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker einsetzen“, erklärte der Minister. Dabei sei der Erhalt physischer Medienwerke aber weiterhin gesichert.
Kritik aus Kultur und Sachsen
Die Nachricht über die vorläufige Aussetzung des Bauprojekts hatte zuletzt für deutliche Kritik aus der Kulturszene und aus Sachsen gesorgt. Der Erweiterungsbau soll primär dem wachsenden Bedarf an Lagerraum für physische Medien und der Sicherung älterer Bestände dienen, die aktuell nicht optimal klimatisiert gelagert werden können. Eine Realisierung war zwischen 2027 und 2032 angedacht.

