Ottes Ruf nach Schnelligkeit

Wehrbeauftragter fordert Schluss mit Bürokratie bei der Bundeswehr

Foto: Bundeswehr-Soldaten im Einsatztraining (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Henning Otte, Wehrbeauftragter des Bundestages, sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Truppe von unnötigen bürokratischen Hürden zu befreien. Insbesondere bei Beschaffungsprozessen und Genehmigungsverfahren für Truppenküchen fordert er deutliche Beschleunigung. Auch mehr Entscheidungsfreiheit vor Ort soll die Einsatzbereitschaft stärken.

Mehr Tempo, weniger Papierkram

Die Bundeswehr ächzt unter bürokratischen Lasten. Wehrbeauftragter Henning Otte (CDU) macht in seinem aktuellen Jahresbericht deutlich, dass hier dringend Abhilfe geschaffen werden muss. Ziel: Die Truppe soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können, nicht auf militärfremde Vorschriften.

Ein zentraler Punkt: die Beschaffung. „Es geht erst einmal darum, dass natürlich der Beschaffungsvorgang schneller vollzogen wird“, erklärt Otte im Gespräch mit der dts Nachrichtenagentur. Lange Wartezeiten bei Materialbestellungen sind ein bekanntes Problem, das die Einsatzfähigkeit beeinträchtigt.

Auch in punkto Verpflegung soll es schneller gehen. „Bei Truppenküchen müsse man zudem schnellere Genehmigungsverfahren bekommen“, so der Wehrbeauftragte. Selbst für alltägliche Dinge wie die Menüplanung und -bereitstellung sind oft langwierige Prozesse nötig.

Besonders wichtig sei aber die Stärkung der Auftragstaktik, dem Herzstück der modernen Bundeswehr. „Und insbesondere bei dem, was die Truppe ausmacht – Auftragstaktik – müsse man mehr vor Ort entscheiden dürfen“, betont Otte. Mehr Eigenverantwortung und Vertrauen in die Führungsebene vor Ort sind gefordert.

Otte begrüßt daher die neue Führungsmentalität, die Bürokratieabbau auf die Agenda setzt. „Dass in der Führungsmentalität jetzt auch Bürokratieabbau gelehrt wird und dass der Minister den Auftrag erteilt hat, zu prüfen: Wo kann sich das Ministerium selbst befreien von bürokratischen Auflagen und damit die Truppe zu befreien?“, das sei der richtige Weg. Der Grundsatz müsse klar sein: Entlastung für die, die im Einsatz sind.