Autoindustrie profitiert, Maschinenbau kritisiert

US-Zolldeal: EU fährt Besser als China und Indien

Industrieanlagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein aktueller Zolldeal mit den USA verschafft der Europäischen Union offenbar Wettbewerbsvorteile gegenüber China und Indien. Insbesondere die hiesige Autoindustrie konnte von sinkenden Abgaben profitieren. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verweist jedoch auf steigende Zölle im Maschinenbau, die dringend nachverhandelt werden müssten.

Vorteile für Europa

Der Zolldeal mit den USA scheint der EU im Wettlauf mit asiatischen Wirtschaftsmächten wie China und Indien Rückenwind zu geben. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat Zahlen vorgelegt, die eine positive Wirkung für europäische Exporteure nahelegen.

Autoindustrie im Plus

Besonders die Automobilbranche darf aufatmen. Zwischen April 2025 und Februar 2026 lagen die effektiven US-Zollsätze auf Importe aus der EU im Schnitt bei 7,8 Prozent. Im Vergleich dazu sahen sich Waren aus China mit fast 37 Prozent belastet. Deutschland, das im globalen Zollkampf ohnehin stark betroffen war, profitiert überdurchschnittlich. Der deutsche Zollsatz sank für die Branche auf durchschnittlich 10,6 Prozent und liegt damit wieder näher am EU-Durchschnitt von 8,2 Prozent.

Maschinenbau kämpft mit neuen Hürden

Doch nicht alle Sektoren profitieren gleichermaßen. Im Maschinenbau sind die Zölle nach dem Handelsabkommen gestiegen. Der effektive EU-Zollsatz kletterte hier auf durchschnittlich 12,6 Prozent. Grund dafür ist die Einstufung von Maschinen, die größtenteils aus Stahl gefertigt sind, als Stahlprodukte durch die US-Regierung, was einen Zoll von 50 Prozent nach sich zieht.

Forderung nach Nachverhandlung

Diese Entwicklung wird vom IW kritisch gesehen. Die Ökonomin Samina Sultan bezeichnet die neuen Hürden im Maschinenbau als „Deal-Untergrabung“ und fordert eine dringende Überarbeitung der Vereinbarungen. Die ungleichmäßige Verteilung der Vorteile wirft Fragen nach einer gerechten Gestaltung zukünftiger Handelsabkommen auf.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .