US-Wirtschaft schwächelt, Powell-Ermittlungen gestoppt

US-Börsen geben nach – Zinsdruck und Zoll-Wirbel

Foto: Wallstreet, via dts Nachrichtenagentur

Die Wall Street schloss am Freitag im Minus. Wesentliche Zinsdaten und die weiterhin unklare Zinspolitik der US-Notenbank belasteten die Märkte. Gleichzeitig sorgte ein Gerichtsurteil für Aufsehen: Die Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell wurden gestoppt. Verbraucher spüren den versprochenen Wirtschaftsboom kaum.

Hoffnung auf Trendwende schwindet

Die Anleger an der Wall Street verloren am Freitag die Lust. Zum Handelsende in New York gab der Dow Jones 0,3 Prozent auf 45.558 Zähler ab. Auch die breiter gefassten Indizes mussten Federn lassen: Der S&P 500 fiel um 0,6 Prozent auf rund 6.632 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq schloss ebenfalls 0,6 Prozent schwächer bei 24.380 Zählern im Nasdaq 100.

Wachstumsprognosen korrigiert, Zinsbindung bleibt schwierig

Zweifel an der Stärke der US-Wirtschaft belasteten die Stimmung. Neue Konjunkturdaten offenbarten, dass das Wirtschaftswachstum zum Jahresende 2025 deutlich geringer ausfiel als zunächst angenommen. Der Kernindex der privaten Konsumausgaben, der wichtige Preistrends abseits von Energie und Lebensmitteln widerspiegelt, stieg wie erwartet um 3,1 Prozent. Für die US-Notenbank Federal Reserve bleibt dies eine Gratwanderung: Die Zielvorgaben für Preisstabilität und maximale Beschäftigung lassen sich schwerlich mit klaren Zinssignalen vereinbaren.

Gericht stoppt Ermittlungen gegen Powell

Ein US-Bundesrichter setzte am Freitag den juristischen Druck auf Notenbankchef Jerome Powell ab. Die Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt. Der Richter sah Hinweise darauf, dass Powell durch die Vorladungen zu niedrigeren Zinsen oder einem Rücktritt gedrängt werden sollte.

Verbraucher spüren Wirtschaftsboom nicht

Während die Regierung den Wirtschaftsboom preist, bleibt die Stimmung bei vielen Bürgern gedämpft. Laut Universität Michigan erreichte die Verbraucherstimmung im März den niedrigsten Stand des Jahres. Laut Schätzungen könnten Unternehmen nach einer jüngsten Gerichtsentscheidung gegen die Zölle nun bis zu 166 Milliarden US-Dollar von der Regierung zurückfordern. Ein vierstufiger Prüfungsprozess für die Rückforderungen wird derzeit aufgebaut.

Euro schwächer, Brent-Öl steigt

Die Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagabend schwächer und fiel auf 1,1417 US-Dollar. Der Goldpreis gab deutlich nach und kostete zuletzt 5.015 US-Dollar pro Feinunze. Deutlich anders entwickelte sich der Ölpreis: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich bis zum Abend um 2,9 Prozent auf 103,40 US-Dollar.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .