KI verändert Arbeitsmarkt
Die Digitalisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) setzt vor allem klassischen Bürojobs zu. Laut einer Auswertung des Stellenmarktforschers Index, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, sind die Ausschreibungen in Verwaltungs- und Büroberufen stark gesunken. Konkret verzeichnete das Sekretariat und Office Management einen Rückgang um 22 Prozent, im Personalwesen waren es 19 Prozent.
Auch industrielle Unternehmen spüren den Wandel deutlich. Hier brach die Zahl offener Stellen für Geschäftsführer im Jahr 2025 um 30 Prozent ein. Bei akademischen Fachkräften lag das Minus bei 22 Prozent. Fachkräfte mit einer Berufsausbildung waren mit einem Rückgang von nur acht Prozent vergleichsweise wenig betroffen.
Die Daten basieren auf einer umfangreichen Analyse von Printmedien, Online-Jobbörsen, dem Portal der Bundesagentur für Arbeit und Firmenwebsites. Die Forscher gehen davon aus, dass Berufe mit hohem Anteil an Routinetätigkeiten besonders unter Druck geraten. Neben konjunkturellen Effekten spielt dabei auch der Einsatz generativer KI eine Rolle.
Akademiker sind nicht mehr immun
„Akademiker sind nicht mehr immun“, erklärt Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Er betont jedoch, dass die aktuelle Lage grundsätzlich angespannt sei. „In der aktuellen Konjunkturkrise gibt es insgesamt wenig neue Jobs.“
Vertreter des Handwerks sehen in dieser Entwicklung aber auch eine Chance. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), meint: „Während KI zunehmend standardisierte Tätigkeiten im Büro- und Wissensbereich übernehme, wachse zugleich die Nachfrage nach dem, was sie nicht leisten könne: handwerkliches Können, Erfahrung und Verantwortung.“
Auch Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), bestätigt: „KI treibt das Handwerk um.“ Er beobachtet, dass viele junge Menschen ihre beruflichen Optionen neu prüfen und dabei die Stabilität handwerklicher Tätigkeiten entdecken. „Es gibt keinen Automatismus: KI kommt und alle gehen ins Handwerk“, so Esser. Dennoch schärfe die Entwicklung den Blick für die Sicherheit praktischer Berufe.