Frühere Grundrente gefordert
Der Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion schlägt eine deutliche Absenkung der Mindestbeitragsjahre für die Grundrente vor. Statt der bisherigen 35 Jahre sollen künftig 25 Jahre Beitragszeit ausreichen, um Anspruch auf die Grundrente zu haben.
Diese Forderung, die in einem Strategiepapier des Flügels formuliert wurde und über die der ‚Stern‘ berichtet, richtet sich gezielt gegen die überdurchschnittliche Altersarmut bei Frauen.
Sorgearbeit stärker anerkennen
Darüber hinaus verlangt die Gruppe, unbezahlte Sorgearbeit, wie die Kindererziehung und Pflege von Angehörigen, stärker in der Rentenberechnung zu berücksichtigen. Konkret wird eine deutliche Erhöhung der Rentenpunkte für jedes Kind gefordert. Auch ein Rentenbonus für Familien mit drei oder mehr Kindern wird ins Gespräch gebracht.
Die „Teilzeitfalle“ als Problem
Hintergrund der Forderungen ist die Erkenntnis, dass Frauen aufgrund von Teilzeitphasen und unterbrochenen Erwerbsverläufen häufig die bisherige Schwelle für die Grundrente nicht erreichen. Das trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter die Armutsgefahr droht, sei ein strukturelles Problem.
Gender Pension Gap beklagt
Das Papier mit dem Titel ‚Frauen fördern für eine starke Demokratie‘ beleuchtet die ernüchternde Statistik: Aktuell sind laut dem Papier 21,6 Prozent der Frauen über 65 armutsgefährdet, bei den Männern sind es 17,1 Prozent. Die „Teilzeitfalle von heute ist die Altersarmut von morgen“, heißt es darin prägnant. Die durch Care-Arbeit bedingten unterbrochenen Erwerbsbiografien führen zu einem Gender Pension Gap von 46 Prozent, der prozentualen Rentenlücke zwischen Männern und Frauen.
Mit der Absenkung der Beitragsjahre auf 25 Jahre würde der Kreis der potenziellen Grundrentenempfänger erheblich erweitert. Die Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Absicherung von Frauen im Alter zu verbessern und die negativen Folgen von Erwerbsunterbrechungen abzumildern.



