Bis zu 25 Zentimeter Neuschnee – Unwetterwarnung für mehrere Regionen
Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst fielen in Teilen des Landes innerhalb weniger Stunden große Schneemengen. Vor allem von der Schwäbischen Alb bis in die Tauberregion wurden 10 bis 15 Zentimeter, örtlich sogar bis zu 25 Zentimeter Neuschnee gemeldet. Das Innenministerium sprach von einer brisanten Lage und warnte vor erheblichen Verkehrsbehinderungen, eingeschränkter Sicht und erhöhter Unfallgefahr. Auch Schneebruch und Verwehungen stellten eine zusätzliche Gefahr dar.
A8 im Fokus: Mehrere Sperrungen und lange Staus
Besonders dramatisch war die Situation auf der Autobahn 8. In Fahrtrichtung München kam es zwischen Aichelberg und Mühlhausen am Sonntagabend zu mehreren Unfällen. Fahrzeuge standen quer, Lkw blieben liegen, die Strecke musste zeitweise vollständig gesperrt werden. Abschleppdienste, Streufahrzeuge und das Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz, um die blockierten Fahrbahnen wieder freizubekommen. Auch westlich davon kam es nahe Stuttgart zu weiteren Behinderungen, nachdem ein Lkw die Fahrbahn blockierte.
Heilbronn und Weinsberg: Lkw kommen nicht mehr weiter
Ein weiterer Schwerpunkt lag am Autobahnkreuz Weinsberg. Auf der Überleitung von der A6 auf die A81 Richtung Stuttgart blieben in der Nacht 15 bis 20 Fahrzeuge, überwiegend Lastwagen, im Schnee stecken. Die Polizei sperrte die Verbindung zeitweise vollständig. Während Pkw später wieder passieren konnten, blieb die Strecke für Lkw länger gesperrt. Der Winterdienst räumte Schnee, das THW schleppte festgefahrene Fahrzeuge ab. Wie lange die Einschränkungen für den Schwerlastverkehr andauern, war zunächst offen.
Weitere Autobahnen und Bundesstraßen betroffen
Auch auf der A5, A6 und A81 meldete die Polizei teils gefährliche Glätte. Im Bereich des Kreuzes Weinsberg mussten Überleitungen wegen Räumarbeiten gesperrt werden. Auf Bundesstraßen wie der B14 bei Stuttgart oder der B28 bei Blaubeuren kam es zu rutschigen Fahrbahnen und liegengebliebenen Fahrzeugen. Im Alb-Donau-Kreis wurde eine Landstraße wegen Schneebruchs vollständig gesperrt.
Polizei meldet Hunderte Unfälle – meist Blechschäden
Die Bilanz der Nacht fiel deutlich aus: In mehreren Polizeipräsidien wurden weit über 200 witterungsbedingte Unfälle registriert. Besonders stark betroffen waren die Bereiche Reutlingen, Ulm, Aalen und Heilbronn. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, vereinzelt wurden Menschen leicht verletzt. Ein Polizeisprecher sprach von „Unfällen über Unfälle“, betonte aber, dass die Lage trotz hoher Einsatzbelastung noch händelbar sei.
Feuerwehr rüstet Fahrzeuge mit Schneeketten aus
Angesichts der anhaltenden Glätte reagierten auch die Feuerwehren. In mehreren Städten wurden Einsatzfahrzeuge vorsorglich mit Schneeketten ausgestattet. Über soziale Netzwerke warnten die Feuerwehren vor glatten Straßen im gesamten Stadtgebiet und riefen zu besonderer Vorsicht auf.
Bahnverkehr eingeschränkt – Flughafen Stuttgart mit Verzögerungen
Nicht nur Autofahrer waren betroffen. Im Schienenverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen, unter anderem auf Strecken rund um Stuttgart sowie zwischen Ulm und Memmingen. Die Deutsche Bahn empfahl Reisenden, ihre Verbindungen vor Fahrtantritt zu prüfen.
Auch am Flughafen Stuttgart sorgte der Schneefall für Probleme. Mehrere Landungen mussten gestrichen werden, weitere Maschinen verspäteten sich deutlich. Schneeräumfahrzeuge waren im Dauereinsatz, um die Start- und Landebahn freizuhalten.
Warnung zum Wochenstart: Glätte bleibt Thema
Der Deutsche Wetterdienst rechnete auch zum Wochenbeginn weiterhin mit glatten Straßen und winterlichen Bedingungen. Autofahrer sollten mehr Zeit einplanen, ihre Geschwindigkeit anpassen und – wenn möglich – auf nicht notwendige Fahrten verzichten. Besonders in den Morgenstunden bleibt die Lage auf vielen Strecken angespannt.


