Tisza-Chef übernimmt von Orbán

Neuer Wind in Budapest: Magyar ist Ungarns neuer Premier

Neuer Wind in Budapest: Magyar ist Ungarns neuer Premier

Péter Magyar, via dts Nachrichtenagentur (Archiv)

Péter Magyar ist neuer Regierungschef Ungarns. Mit seiner Partei Tisza errang er bei der Parlamentswahl eine deutliche Mehrheit. Nach 36 Jahren endet die Ära Viktor Orbán. Magyar kündigte eine Abkehr von Korruption und Machtmissbrauch an.

Magyar übernimmt Ruder

Péter Magyar ist am Samstag in der Nationalversammlung in Budapest zum neuen Ministerpräsidenten Ungarns gewählt worden. Der 45-Jährige tritt die Nachfolge von Viktor Orbán an, der seit 36 Jahren die ungarische Politik maßgeblich prägte.

Tisza-Partei triumphiert

Magyars Partei Tisza hatte die Parlamentswahl am 12. April klar gewonnen. Mit rund 53 Prozent der Stimmen sicherte sich die Partei nicht nur die absolute Mehrheit, sondern durch das ungarische Wahlrecht sogar eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

Abkehr von Orbáns Kurs

Tisza wird als Mitte-Rechts-Partei beschrieben, gilt aber als deutlich europafreundlicher als Orbáns Fidesz. Viktor Orbán brach mit einer alten Tradition: Er verzichtete auf eine Abschiedsrede und nahm auch nicht an der Wahl seines Nachfolgers teil.

Kritik an Vorgänger

In seiner ersten Rede als Regierungschef vor dem Parlament ging Magyar auf seinen Vorgänger ein. Er habe beobachtet, wie das Amt des Premierministers „in den Dienst der Macht gestellt werden kann, anstatt der Nation zu dienen“. Die Macht könne einen Menschen gefangen nehmen und eine politische Gemeinschaft vom Volk entfremden, so Magyar. Er warf der vorherigen Regierung vor, Ungarn zum korruptesten Mitgliedstaat der Europäischen Union gemacht zu haben.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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