Start-Ziel-Sieg im Finallauf von Livigno

Nach Bronze-Drama in Peking: Gold für Baden-Württemberg! Daniela Maier krönt sich überlegen im Skicross zur Olympiasiegerin

Junge Frau in gelbem Hoodie mit Aufdruck 'GERMANY', jubelt begeistert.
Foto: Foto: picture alliance / Team Deutschland

Was für ein Triumph in Livigno! Daniela Maier aus dem Schwarzwald holt bei den Olympischen Winterspielen 2026 Gold im Skicross – als erste deutsche Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Nach Verletzungen, Rückschlägen und dem Bronze-Drama von Peking krönt sich die 29-Jährige zur Königin von Livigno.

Zusammenfassung

  • Erste deutsche Olympiasiegerin im Skicross
  • Start-Ziel-Siege in allen Läufen
  • Gold vor Fanny Smith (SUI) und Sandra Näslund (SWE)
  • Emotionale Szenen im Schwarzwald
  • Triumph nach jahrelanger Verletzungsserie

Dominanz von der ersten Sekunde an

Am 20. Februar 2026 schreibt Daniela Maier im Livigno Snow Park Sportgeschichte. Die 29-Jährige, geboren in Villingen-Schwenningen und aufgewachsen in Vöhrenbach-Urach im Schwarzwald, gewinnt olympisches Gold – und das mit einer beeindruckenden Machtdemonstration.

Bereits in der Qualifikation setzte sie mit 1:11,12 Minuten die Bestzeit. Was folgte, war eine Serie von Start-Ziel-Siegen: Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale – Maier ließ keine einzige Konkurrentin auch nur kurzzeitig vorbeiziehen. Selbst im großen Finale gegen Weltmeisterin Fanny Smith und Titelverteidigerin Sandra Näslund blieb sie nervenstark.

„Es ist unglaublich. Ich habe es erst auf dem Podium realisiert“,  sagte Maier etwas später im ZDF-Interview. Besonders emotional: Der komplette Skiclub Urach war vor Ort und feuerte sie an.

Perfekte Linie auf eisiger Piste

Die Strecke im Livigno Snow Park war extrem anspruchsvoll. Hart präparierter Schnee, hohe Geschwindigkeit, weite Sprünge – ein Fehler hätte Gold kosten können. Doch Maier zeigte technische Reife und taktische Cleverness.

Mit stabilen Kantenwinkeln auf der eisigen Oberfläche sicherte sie sich bereits in den ersten Metern jedes Rennens entscheidende Vorteile. Im Finale blieb Sandra Näslund nach einem unsauberen Sprung zurück, Fanny Smith konnte im Windschatten nicht mehr entscheidend attackieren.

Der Sieg war keine Überraschung – sondern die logische Konsequenz einer starken Saison mit Weltcupsiegen in Veysonnaz und Val di Fassa.

Vom Schwarzwald auf den Olymp

Daniela Maier startete ihre Karriere als alpine Rennläuferin beim SC Urach. 2013 wechselte sie nach einem Sichtungslehrgang des Deutschen Skiverbandes endgültig in den Skicross.

2015 gewann sie Junioren-WM-Silber, 2022 dann olympisches Bronze in Peking – allerdings nach einem monatelangen juristischen Drama vor dem Sportgerichtshof CAS. Damals wurde ihre Medaille zunächst aberkannt und später wieder zugesprochen – gemeinsam mit Fanny Smith.

2026 gibt es keine Diskussionen. Keine Zweifel. Nur Gold.

Verletzungen, Operationen – und immer wieder Comeback

Ihr Weg war alles andere als leicht.

  • 2017: Komplexer Knorpelschaden im rechten Knie, drei Operationen
  • 2021: Kreuzbandriss
  • 2023: Weitere Knie-OP
  • 2024: Syndesmoseriss im Fuß

Mehrfach stand ihre Karriere auf der Kippe. Doch Maier kämpfte sich zurück – mit intensiver Reha, medizinischen Spezialverfahren und mentaler Stärke. Selbst vor dem Olympiafinale arbeitete sie noch mit speziellen „Flossing“-Bändern, um ihr Knie optimal vorzubereiten.

Unterstützung durch Bundespolizei und Olympiastützpunkt

Als Polizeiobermeisterin bei der Bundespolizei trainiert Maier im Leistungszentrum Bad Endorf. Diese Förderung gibt ihr finanzielle Sicherheit und sportwissenschaftliche Betreuung.

Auch der Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald begleitete sie jahrelang. OSP-Leiter Jürgen Willrett sprach von „großem Stolz“, Teil dieses Weges gewesen zu sein.

Emotionen im Heimatdorf

Während Maier in Livigno jubelte, bebte das Dorfgemeinschaftshaus in Vöhrenbach-Urach. Rund 60 Fans verfolgten das Rennen beim Public Viewing.

 „Wir haben uns riesig für sie gefreut. Die Stimmung war super“, sagt Nicole Demattio vom SC Urach gegenüber dem SWR. Ortsvorsteher Markus Dannecker fügt hinzu: „Ich habe zehn Sofakissen zerdrückt. Es war sehr emotional.“

Bereits 2025 durfte sich Maier ins Goldene Buch der Stadt Vöhrenbach eintragen. Jetzt wird der Empfang nach ihrer Rückkehr noch größer ausfallen.

Mehr als ein Sieg

Dieser Triumph ist mehr als eine Medaille.

Er zeigt, wie aus einem kleinen Verein im Schwarzwald eine Olympiasiegerin hervorgehen kann. Er beweist, dass staatliche Sportförderung und regionale Nachwuchsarbeit funktionieren. Und er erzählt die Geschichte einer Athletin, die nach Rückschlägen immer wieder aufsteht.

Daniela Maier hat nicht nur Gold gewonnen. Sie hat sich unsterblich gemacht – im Skicross, im Schwarzwald und im deutschen Wintersport.