Tipps vom ADAC

Hagelschäden an Fahrzeugen: Eine teure Angelegenheit für Autofahrer

Die Folgen von Hagelstürmen werden für Autofahrer in Deutschland immer kostspieliger. Wie aktuelle Daten der ADAC Autoversicherung zeigen, stiegen die durchschnittlichen Reparaturkosten für Hagelschäden in den letzten Jahren erheblich an.
Hagelschäden an Fahrzeugen: Eine teure Angelegenheit für Autofahrer
Hagelschäden an Fahrzeugen: Eine teure Angelegenheit für Autofahrer
Von DarkoneSelbst fotografiert, CC BY-SA 2.0, Link

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Während 2019 noch etwa 2800 Euro pro Schaden veranschlagt wurden, lag der Durchschnitt im Jahr 2023 bereits bei rund 3860 Euro. Diese Preisexplosion ist nicht nur eine Folge steigender Kosten für Ersatzteile und Werkstattdienstleistungen, sondern auch ein alarmierendes Zeichen für die zunehmende Intensität von Unwettern durch den Klimawandel. Insbesondere Autofahrer im Süden und Westen Deutschlands sind stark betroffen. Was genau steckt hinter diesen Entwicklungen, und wie können sich Autofahrer schützen?

Klimawandel und seine Folgen für Autofahrer

Der Klimawandel zeigt sich immer deutlicher in Form von Extremwetterereignissen, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen. Eine besonders verheerende Auswirkung sind Hagelstürme, die vor allem in den Sommermonaten auftreten und erhebliche Schäden an Fahrzeugen verursachen können. Die Hagelstürme werden nicht nur häufiger, sondern auch intensiver. Dies führt zu größeren und kostspieligeren Schäden an Fahrzeugen, wie die ADAC Autoversicherung berichtet. Dellen in Karosserieteilen wie dem Dach, der Motorhaube und dem Kofferraumdeckel sind häufige Folgen. Besonders gefährlich und teuer sind jedoch Glasschäden, die durch Hagel verursacht werden können. Zersplitterte Scheiben erlauben Regenwasser, in das Fahrzeug einzudringen, was zu weiteren Schäden führt. Auch kleinere Risse in den Scheiben können schnell größer werden und sollten daher umgehend repariert werden.

Regional unterschiedlich: Hohe Schadenssummen im Süden Deutschlands

Ein Blick auf die geografische Verteilung der Hagelschäden zeigt, dass vor allem Autofahrer im Süden Deutschlands betroffen sind. Bayern verzeichnete in den Jahren 2020 bis 2023 die höchsten Schadenssummen durch Naturgefahren. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden allein im Jahr 2023 bundesweit Schäden in Höhe von rund zwei Milliarden Euro an Kraftfahrzeugen verursacht, wovon 828 Millionen Euro auf Bayern entfielen. Auch Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren in den letzten Jahren immer wieder stark betroffen. Diese regionalen Unterschiede verdeutlichen, wie wichtig es für Autofahrer ist, sich über das lokale Unwetterrisiko zu informieren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Versicherungsschutz als wichtiger Schutz vor hohen Kosten

Angesichts der steigenden Schadenssummen durch Hagelunwetter wird der Versicherungsschutz für Autofahrer immer wichtiger. Eine Kaskoversicherung, sei es Teil- oder Vollkasko, bietet finanziellen Schutz vor den Folgen von Unwetterschäden. Die Versicherung übernimmt in der Regel die Kosten für Schäden, die durch Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmungen entstehen. Besonders in Regionen mit hoher Hagelgefahr kann eine Kaskoversicherung viel Geld sparen. Ohne diesen Schutz können die Reparaturkosten schnell zur finanziellen Belastung werden, insbesondere wenn Glasschäden oder großflächige Karosserieschäden behoben werden müssen.

Tipps für den Ernstfall: So verhalten sich Autofahrer bei Hagelschäden richtig

Auch wenn eine Versicherung einen Großteil der Kosten übernimmt, ist es für Autofahrer wichtig, im Falle eines Hagelschadens richtig zu handeln, um die Abwicklung so reibungslos wie möglich zu gestalten. Hier einige praktische Tipps:

  1. Schaden dokumentieren: Fotografieren Sie das beschädigte Fahrzeug von allen Seiten und fertigen Sie Nahaufnahmen der besonders betroffenen Stellen an. Notieren Sie zudem den genauen Zeitpunkt und den Ort des Hagelsturms.
  2. Schaden melden: Informieren Sie Ihre Versicherung zeitnah über den Hagelschaden. Dies kann oft unkompliziert online erfolgen. Falls es sich um ein Leasingfahrzeug handelt, sollte der Schaden auch dem Leasinggeber gemeldet werden.
  3. Vorbereitung auf die Begutachtung: Vor der Besichtigung durch den Gutachter empfiehlt es sich, das Fahrzeug gründlich zu reinigen, damit alle Schäden sichtbar sind. Halten Sie außerdem die Fahrzeugpapiere bereit, da der Gutachter detaillierte Informationen benötigt, um den Schaden korrekt zu bewerten.

Durch die richtige Vorbereitung und ein schnelles Handeln können Autofahrer dazu beitragen, dass die Schadensregulierung schnell und unproblematisch verläuft.

Fazit: Vorsorge und Versicherungsschutz sind unerlässlich

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt deutlich, dass Hagelschäden an Fahrzeugen immer teurer werden. Für Autofahrer ist es daher unerlässlich, sich entsprechend zu schützen. Eine umfassende Kaskoversicherung kann vor hohen Kosten bewahren, die durch Hagelschäden entstehen. Zudem sollten Autofahrer in besonders betroffenen Regionen aufmerksam das Wetter beobachten und ihr Fahrzeug bei drohenden Unwettern, wenn möglich, in einer Garage oder unter einem schützenden Dach parken. Denn obwohl die Kostenübernahme durch eine Versicherung eine große Hilfe darstellt, ist es am besten, den Schaden von vornherein zu vermeiden.

Die zunehmenden Schäden durch Hagelunwetter sind ein weiterer Beweis dafür, wie stark der Klimawandel bereits unseren Alltag beeinflusst. Es bleibt zu hoffen, dass durch verstärkte Maßnahmen zum Klimaschutz auch die Häufigkeit und Intensität solcher Extremwetterereignisse in Zukunft eingedämmt werden kann. Bis dahin gilt für Autofahrer: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Mehr Infos zum Thema Hagelschäden am Auto – und wie man sie vermeiden kann – gibt es hier auf adac.de.

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