Festnahmen im Fall prorussischer Milizen
Die Bundesanwaltschaft bestätigte am Mittwoch die Festnahme zweier Verdächtiger. Ein russischer Staatsangehöriger und ein Deutscher wurden in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland festgenommen, weil Haftbefehle des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vorliegen. Die Räume der Beschuldigten wurden durchsucht.
Was ihnen vorgeworfen wird
Der Haftbefehl beschreibt, dass der russische Beschuldigte seit 2016 eine herausgehobene Stellung in einem Verein eingenommen haben soll, der den Transport von Versorgungsgütern, Medizinprodukten und Drohnen in den Donbass zugunsten der Milizen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk organisiert habe. Die Beschuldigten sollen Gelder in die Gebiete transferiert bzw. Gütertransporte organisiert haben. Der deutsche Tatverdächtige soll mehrfach zu Gesprächen mit Vertretern der Volksrepubliken gereist sein, Lieferaufträge entgegengenommen und vor Ort an der Verteilung mitgearbeitet haben.
Ausblick
Am Donnerstag sollen die Beschuldigten dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. Die Bundesanwaltschaft verweist darauf, dass die Volksrepubliken Donezk und Lugansk 2022 in die Befehlsstrukturen der russischen Streitkräfte eingegliedert wurden.

