Roswall sieht verheerende Folgen für Europa

EU-Kommissarin warnt: „Mehr Chaos“ droht durch Iran-Konflikt

EU-Fahnen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein potenziell eskalierender Konflikt im Iran könnte nach Einschätzung von EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall Europa noch härter treffen als bisher angenommen. In einem Gastbeitrag warnt sie vor "mehr Chaos" und sieht gravierende Risiken für Wirtschaft, Ernährungssicherheit und technologische Schlüsselbereiche wie die Halbleiterfertigung. Sie fordert schnelleres Handeln in der EU.

„Noch mehr Chaos auf uns zukommt“

Die Folgen eines möglicherweise eskalierenden Konflikts im Iran könnten für Europa laut EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall weitreichender und negativer ausfallen als bisher angenommen. Sie befürchtet „noch mehr Chaos auf uns zukommt“, wie sie in einem Beitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland äußert. Die langfristigen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft, den so wichtigen grünen Wandel sowie auf die Ernährungssicherheit und auch auf Technologien wie die Halbleiterindustrie könnten „katastrophal“ sein, so Roswall.

Lieferketten als Waffe

Europa habe in jüngster Zeit bitter erfahren müssen, wie Lieferketten in einer immer feindseligeren Welt offensichtlich als Waffe eingesetzt würden. Diese globalen Instabilitäten liegen oft außerhalb der direkten Kontrolle der EU, die Folgen seien jedoch „vollkommen vorhersehbar“ gewesen, so die Kommissarin.

Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Aus dieser Erkenntnis zieht Roswall wichtige Lehren für die Europäische Union. Erstens bleibe Europa viel zu sehr abhängig von fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Erdöl. „Wir müssen diese toxische Abhängigkeit überwinden“, fordert sie und ergänzt: „Am billigsten ist Öl, wenn wir es gar nicht erst verwenden.“ Die zweite zentrale Lehre: Um Engpässe bei wichtigen Rohstoffen zu vermeiden, müsse die EU vermehrt auf die Rückgewinnung und Wiederverwendung kritischer und strategischer Materialien setzen, statt sie einfach zu entsorgen.

Tempo bei der Umstellung gefordert

Die Kommissarin fordert daher ein deutlich höheres Tempo bei der Umstellung. „Unsere Fortschritte sind zu langsam und zu sporadisch“, kritisiert Roswall. Sie verweist darauf, dass die europäische Industrie über erhebliche, derzeit ungenutzte Produktionskapazitäten verfüge, die rasch hochgefahren werden könnten. Dies würde nicht nur die Unternehmen widerstandsfähiger machen, sondern sie auch weniger anfällig für die Unwägbarkeiten der Geopolitik und der globalen Märkte. Roswall ruft dazu auf, die Kreislaufwirtschaft als Chance für Wohlstand und als wichtigen Puffer gegen zukünftige Krisen zu begreifen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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