Erste Abschiebung Kabul erreicht

Erste Einzelabschiebung nach Afghanistan seit langem: Intensiv-Straftäter zurück nach Kabul geflogen

Foto: Afghanistan (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach längerer Pause ist die erste Einzelabschiebung eines Straftäters nach Afghanistan vollzogen worden. Ein Mann, der in Bayern als Intensiv-Straftäter galt, wurde am Mittwochmorgen in Kabul den afghanischen Behörden überstellt. Diese Maßnahme ist Teil einer Vereinbarung zwischen Deutschland und den Taliban-Behörden.

Deutschland hat am Mittwochmorgen die erste Einzelabschiebung eines Straftäters nach Afghanistan seit langer Zeit durchgeführt. Ein afghanischer Intensiv-Straftäter, der in Bayern aufgefallen war, landete laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung in der afghanischen Hauptstadt Kabul und wurde dort an die zuständigen Behörden übergeben. Dieser Schritt markiert eine Wiederaufnahme von Abschiebungen in das Land, nachdem die Praxis zuvor ausgesetzt war.

Hintergrund: Vereinbarung mit den Taliban-Behörden

Die erneuten Abschiebungen basieren auf einer Vereinbarung, die das Bundesinnenministerium mit den Taliban-Behörden getroffen hat. „Es liegt in unserem Interesse, dass Straftäter und Gefährder aus Afghanistan unser Land verlassen müssen“, zitierte „Bild“ Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Er betonte weiter, dass jeder, der in Deutschland Straftaten begehe, sein Aufenthaltsrecht verwirke. „Jetzt beginnen wir mit Abschiebungen nach Afghanistan und weiten diese Schritt für Schritt aus“, kündigte Dobrindt an.

Bereits im Sommer 2023 war bekannt geworden, dass 81 afghanische Staatsbürger direkt aus Deutschland abgeschoben wurden. Die nun durchgeführte Einzelabschiebung von Straftätern könnte darauf hindeuten, dass diese Form der Rückführung künftig häufiger stattfinden wird. Die Maßnahme zielt darauf ab, die in Deutschland verbleibende Zahl von Straftätern mit afghanischer Staatsbürgerschaft zu reduzieren.