Bedenken wegen Unicredit-Vorstoß
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) schlägt Alarm. Vizepräsident Klaus Nieding hat gegenüber dem „Handelsblatt“ Zweifel geäußert, ob die Commerzbank ihre Unabhängigkeit angesichts des aggressiven Vorgehens der italienischen Unicredit wahren kann.
Obwohl die Commerzbank mit attraktiven Gewinnen und Ausschüttungen punktet, reiche dies auf Dauer nicht aus, um einer Übernahme standzuhalten. „Irgendwann droht ein böses Erwachen“, mahnt Nieding.
Strategie der Unicredit offenbart
Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte Anfang Mai ein klares Signal gesendet: Er will seinen Anteil an der zweitgrößten deutschen Privatbank von knapp 30 Prozent auf über 30 Prozent aufstocken. Damit wäre der Weg für weitere Zukäufe und eine schrittweise Übernahme der Kontrolle frei.
Laut Nieding könnte Unicredit bereits mit einem Anteil von rund 40 Prozent die Hauptversammlung dominieren und auf diesem Weg Einfluss auf das Aufsichtsgremium nehmen. Erste Anzeichen dafür deuten sich an: Orcel hat angekündigt, der diesjährigen Hauptversammlung fernzubleiben.
Flexibilität als Gebot der Stunde
Die DSW rechnet damit, dass die Italiener bereits bei der Hauptversammlung im Jahr 2027 eine Neubesetzung des Aufsichtsrats erzwingen könnten. Die Commerzbank-Führung sei nun gefordert, flexibel zu agieren. „Wenn der Vorstand die Eigenständigkeit des Instituts nicht bewahren kann, muss er versuchen, das Maximum für die Aktionäre, die Kunden und die Mitarbeiter herauszuholen“, betont der DSW-Vizepräsident.


