Größter Moscheeverband kämpft mit Finanzierung

Ditib: Hohe Gehälter für Imame nicht leistbar – mehr Ausbildung in Dormagen

Ditib: Hohe Gehälter für Imame nicht leistbar – mehr Ausbildung in Dormagen

Moschee (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der größte Moscheeverband Deutschlands, Ditib, plant eine deutliche Erhöhung der Imam-Ausbildung am Standort Dormagen. Laut Generalsekretär Eyüp Kalyon sollen künftig 75 Religionsbeauftragte jährlich ausgebildet werden. Gleichzeitig äußert Ditib Bedenken hinsichtlich der eigenen Finanzierung dieser Geistlichen, da Spenden und Mitgliedsbeiträge nicht ausreichen, um Gehälter zwischen 4.000 und 6.000 Euro zu stemmen.

Mehr Imame, aber keine Eigenfinanzierung

Der Ditib-Verband setzt auf eine beschleunigte Ausbildung eigener Imame in Dormagen. „Wir haben mit einer zweiten Ausbildung in Dormagen ‚den Turbo eingeschaltet‘, weil das bisherige System mit Absolventen aus Deutschland eben sehr lange dauern würde“, erklärte Ditib-Generalsekretär Eyüp Kalyon dem „Tagesspiegel“. Ziel sei es, die Zahl der hier ausgebildeten männlichen Imame „auf ein Vielfaches“ zu steigern, idealerweise 75 Religionsbeauftragte pro Jahr. Ein festes Datum für die Ablösung türkischer Imame durch in Deutschland ausgebildete Kräfte sei mit der Bundesregierung aber noch nicht vereinbart.

Spenden reichen nicht für Gehälter

Kalyon bestritt indes einen direkten Einfluss der türkischen Religionsbehörde Diyanet auf die Inhalte der Imam-Arbeit in Deutschland. „Wer zahlt, bestimmt nicht die Inhalte“, sagte er. Die Fachaufsicht liege bei Ditib, die Diyanet diene als „theologische Referenz“. Ditib sei in Deutschland ein selbstständiger Verein, dessen Entscheidungen vor Ort getroffen würden. Dennoch seien die rund 1.000 Religionsbeauftragten nicht aus eigenen Mitteln finanzierbar. „Die Gemeinden haben nur zwei Einnahmequellen: Spenden und Mitgliedsbeiträge“, so Kalyon. Ein durchschnittliches Gehalt zwischen 4.000 und 6.000 Euro sei für die Gemeinden „einfach nicht drin“ und könne aus der Gemeindekasse nicht bestritten werden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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