Palla: Weniger Störungen als erhofft
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, hat Fehler bei der Generalsanierung des Schienennetzes eingeräumt. „Es stimmt, dass wir die Störungen bislang nur um etwa 50 Prozent reduzieren konnten“, sagte Palla dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Sie räumte ein, man sei „vielleicht in der Vergangenheit auch etwas zu optimistisch“ gewesen. Die Bahn halte jedoch an der Generalsanierung fest, um die bisherigen wöchentlichen Sperrungen einzelner Strecken zu beenden.
Projekte zeitlich eng getaktet
Palla reagierte auf Kritik an den ersten beiden Sanierungsprojekten zwischen Frankfurt und Mannheim sowie Berlin und Hamburg, die sich verzögern. Die Projekte seien „aktuell in der Tat zeitlich eng getaktet“, doch viele Sanierungen würden „leider keinen Aufschub dulden“, so die Bahn-Chefin.
Zehn Jahre für Generalsanierung
Sie bat die Bahnkunden um Geduld. Die aktuellen Probleme seien die Folge von Entscheidungen vor zehn bis fünfzehn Jahren, als zu wenig ins Schienennetz investiert wurde. Zwar investiere die Bahn heute wieder deutlich mehr, doch das System reagiere träge. Erst in etwa zehn Jahren werde eine verbesserte Pünktlichkeit spürbar sein, wenn das Schienennetz wieder in einem guten Zustand ist.
Service und Sicherheit im Fokus
In der Übergangszeit wolle die Bahn den Kundenservice verbessern. „Wenn ich schon in einem verspäteten ICE sitze, sollte er zumindest sauber sein, die Toilette funktionieren und ein komplettes Sortiment im Bordbistro vorhanden sein“, zitierte der „Spiegel“ Palla. Sie kündigte außerdem weitere Bodycams für Mitarbeiter von DB Regio an, wie sie nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters angekündigt worden waren. Insbesondere die Tonaufnahmen seien aber noch am Datenschutz gescheitert, bei dessen Lösung Palla auf Unterstützung der Politik hofft.
Wechsel bei Finanzen
Zur möglichen Ablösung von Finanzvorständin Karin Dohm nach nur drei Monaten wies Palla die Verantwortung von sich. „Frau Dohm ist eine erfahrene Managerin. Alles weitere ist Aufgabe und Entscheidung des Aufsichtsrates, der ich nicht vorgreifen will“, erklärte sie. Auch eine Gehaltskürzung der abfindungsberechtigten Dohm liege nicht in ihrer Hand.


