Abschwung trifft die Gastronomie deutlich stärker
Für das gesamte Gastgewerbe weist das Statistische Landesamt im August ein reales Umsatzminus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Nominal lagen die Einnahmen dagegen 1,1 Prozent höher. Die Werte sind vorläufig.
Innerhalb der Branche fällt die Entwicklung sehr unterschiedlich aus. In der Gastronomie ging der preisbereinigte Umsatz um 7,5 Prozent zurück; nominal blieb ein Plus von 0,6 Prozent. Bei Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben war das reale Minus mit 1,5 Prozent deutlich kleiner, während der nominale Umsatz um 2,8 Prozent stieg.
Die Vorjahresrate hat sich gegenüber Juli verschlechtert
Im Juli hatte das Gastgewerbe real 4,5 Prozent weniger umgesetzt als im Juli 2025. Für August beträgt der Abstand zum jeweiligen Vorjahresmonat nun 6,2 Prozent. Besonders in der Gastronomie weitete sich das reale Minus von 5,0 auf 7,5 Prozent aus. In der Beherbergung verringerte es sich dagegen von 2,7 auf 1,5 Prozent.
Diese Gegenüberstellung vergleicht zwei Vorjahresraten. Sie bedeutet nicht, dass der Umsatz von Juli auf August um 1,7 Prozentpunkte gefallen ist. Für eine solche Monatsbetrachtung wären saisonbereinigte Monatswerte nötig, die die Pressemitteilung nicht ausweist.
Nominales Plus ist kein reales Wachstum
Dass die Einnahmen in Euro leicht steigen, während der reale Umsatz sinkt, ist kein Widerspruch. Der nominale Wert enthält Preisveränderungen; der reale Wert soll die Entwicklung preisbereinigt zeigen. Aus der Differenz lässt sich jedoch keine belastbare Preissteigerungsrate für Restaurants oder Hotels ableiten.
Damit liefert die Statistik vor allem ein Mengensignal: Preisbereinigt blieb die Geschäftsentwicklung im August deutlich unter dem Vorjahresniveau. Aussagen zu Gewinnen, Kosten oder der wirtschaftlichen Lage einzelner Betriebe erlaubt die Erhebung nicht.
Beschäftigung geht in beiden Teilbranchen zurück
Auch die Zahl der tätigen Personen sank. Im gesamten Gastgewerbe lag sie 2,6 Prozent unter dem Stand vom August 2025. In der Beherbergung betrug das Minus 4,0 Prozent, in der Gastronomie 2,4 Prozent. Absolute Beschäftigtenzahlen nennt die Mitteilung nicht.
Seit dem Berichtsmonat Mai 2026 arbeitet die Konjunkturstatistik mit einer weiterentwickelten Methodik, darunter Laspeyres-Indizes und das Basisjahr 2021. Der Vergleich von Juli und August liegt vollständig in diesem neuen methodischen Abschnitt. Der insideBW-Bericht zu den Juli-Daten dokumentiert den vorangegangenen Stand; die vollständigen Augustwerte stehen im amtlichen Statistikbericht.



