Beschäftigtenzahlen gehen in beiden Branchen zurück
Einzelhandel und Gastgewerbe in Baden-Württemberg haben im Juli 2026 preisbereinigt weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Gastgewerbe aus: Dort lag der reale Umsatz 4,5 Prozent unter dem Wert vom Juli 2025. Im Einzelhandel betrug das Minus 0,8 Prozent.
Gleichzeitig meldeten beide Branchen weniger tätige Personen. Im Gastgewerbe sank ihre Zahl um 2,3 Prozent, im Einzelhandel um 2,0 Prozent. Das geht aus zwei am 18. September veröffentlichten Auswertungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hervor.
Gastronomie verzeichnet ein reales Minus von 5,0 Prozent
Innerhalb des Gastgewerbes entwickelte sich die Gastronomie schwächer als die Beherbergung. Restaurants, Gaststätten und vergleichbare Betriebe setzten preisbereinigt 5,0 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. In der Beherbergung lag der reale Rückgang bei 2,7 Prozent.
Nominal, also ohne Bereinigung um Preisveränderungen, stiegen die Umsätze dennoch: um 3,1 Prozent in der Gastronomie und um 2,1 Prozent in der Beherbergung. Für das gesamte Gastgewerbe ergibt sich ein nominales Plus von 2,9 Prozent. Dass nominale Umsätze steigen, während die preisbereinigte Entwicklung negativ ist, zeigt den Einfluss veränderter Preise auf die Einnahmen.
Die Zahl der tätigen Personen sank in der Beherbergung um 2,4 Prozent und in der Gastronomie um 2,3 Prozent. Die vollständigen Branchendaten stehen in der amtlichen Mitteilung zum Gastgewerbe.
Lebensmittelhandel wächst, Nicht-Lebensmittel verlieren
Im Einzelhandel verlief die Entwicklung uneinheitlich. Der Handel mit Lebensmitteln erzielte real 1,7 Prozent mehr Umsatz als im Juli 2025. Bei Nicht-Lebensmitteln sank der preisbereinigte Umsatz dagegen um 2,4 Prozent.
Auch hier lagen die nominalen Werte über dem Vorjahresniveau: insgesamt um 2,1 Prozent, im Lebensmittelhandel um 2,3 Prozent und bei Nicht-Lebensmitteln um 2,0 Prozent. Die Beschäftigtenzahl ging sowohl im Lebensmittelhandel um 1,9 Prozent als auch im Nicht-Lebensmittelhandel um 2,0 Prozent zurück.
Der Juli 2026 hatte mit 27 Verkaufstagen gleich viele Verkaufstage wie der Juli des Vorjahres. Die Detailwerte sind in der amtlichen Einzelhandelsstatistik veröffentlicht.
Neue Methodik gilt seit Mai 2026
Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass die Konjunkturstatistiken für Handel und Gastgewerbe seit dem Berichtsmonat Mai 2026 methodisch weiterentwickelt wurden. Unter anderem werden nun Laspeyres-Indizes verwendet und wirtschaftliche Aktivitäten Geschäftsfeldern zugeordnet. Zudem gilt das Basisjahr 2021.
Die aktuellen Angaben sind vorläufig. Sie vergleichen den Juli 2026 jeweils mit dem entsprechenden Vorjahresmonat und beschreiben die Entwicklung der Branchen im gesamten Land.





