Trend bestätigt: Junge Leute binden sich seltener an Berufsschulen

Ausbildungsmangel verschärft sich: Weniger Neuverträge

Agentur für Arbeit (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Das Interesse an einer dualen Berufsausbildung in Deutschland lässt nach. Im Jahr 2025 wurden 13.300 weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Damit setzt sich ein negativer Trend fort, der die Nachwuchssorgen in vielen Branchen bereits im Vorjahr zeigte. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes geben Anlass zur Sorge.

Rückgang bei Schulabgängern

Deutschlandweit haben im Jahr 2025 nur noch 461.800 junge Menschen eine duale Berufsausbildung begonnen. Das sind 2,8 Prozent weniger als 2024, als sich noch 475.100 für eine Lehre entschieden. Dieser leichte Rückgang ist eine Fortsetzung des negativen Trends von 2024, nachdem die Zahlen zuvor jahrelang stagnierten oder leicht stiegen. Die Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen nun eine deutliche Abwärtsbewegung.

Männer dominieren traditionell

Auch bei den Geschlechtern bleibt das Bild stabil: Deutlich mehr Männer als Frauen wählten 2025 eine duale Berufsausbildung. Rund 295.400 Männer – das entspricht 64 Prozent – schlossen einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Bei den Frauen waren es 166.400 (36 Prozent). Besonders ausgeprägt ist diese Männerdominanz in Handwerk und Landwirtschaft, wo jeweils rund 81 Prozent beziehungsweise 74 Prozent der Auszubildenden männlich sind. Frauen sind hingegen häufiger in Ausbildungsberufen wie medizinische Fachangestellte oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte zu finden, insbesondere im Bereich freier Berufe (89 Prozent weiblich) und in der Hauswirtschaft (80 Prozent weiblich). Auch im öffentlichen Dienst entschieden sich mit 63 Prozent mehr Frauen für eine Ausbildung.

Gesamtzahl sinkt

Über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg befanden sich Ende 2025 rund 1.207.900 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Das sind 10.000 weniger als im Vorjahr, ein Minus von 0,8 Prozent. Die größten Ausbildungsbereiche bleiben Industrie und Handel (677.100 Auszubildende) sowie das Handwerk (342.700). Freie Berufe folgen mit 113.100 Auszubildenden auf Rang drei.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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