Abhängigkeit als Schwachstelle
Dröge sieht eine wachsende Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern als erhebliche demokratische Schwachstelle. Ein starkes Beispiel hierfür lieferte der Fall des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, dessen E-Mail-Konten im Mai 2025 nach US-Sanktionen gesperrt wurden, da Microsoft die Zugänge blockierte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Kontrolle über kritische Infrastrukturen zu behalten.
Sparen durch Open Source
Neben Sicherheitsaspekten verweist Dröge auch auf erhebliche Einsparpotenziale. Der Umstieg auf Open-Source-Lösungen, wie er derzeit in Schleswig-Holstein erprobt wird, könnte die Kosten deutlich senken. Allein die Bundesverwaltung gab 2025 rund 481,4 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus – eine Summe, die sich im Vergleich zu 2023 nahezu verdoppelt hat.
Strategische Förderung europäischer Alternativen
Auch die eigene Abwesenheit von der Plattform X/Twitter verteidigt Dröge und sieht darin ein Zeichen, solche Umfelder nicht durch Präsenz zu legitimieren. Gleichzeitig betont sie die Relevanz einer strategischen Förderung europäischer digitaler Alternativen. Bezüglich der Plattform TikTok gibt sie sich pragmatisch: „Wer mit jungen Menschen kommunizieren will, ist aktuell auf Tiktok angewiesen. Diese Räume können Demokraten tatsächlich nicht allein den Rechtsextremen überlassen“, so Dröge.





