Mehr Fabriken, härtere Regeln
China baut in Europa so viele Fabriken wie nie zuvor. Greenfield-Investitionen, also der Bau neuer Produktionsstätten statt dem Kauf bestehender Unternehmen, kletterten 2025 auf knapp neun Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Diese Entwicklung ist laut EU-Kommission kein Zufall. Sie sehen darin das Ergebnis einer strikteren Chinapolitik, zu der auch die Einführung von Schutzzöllen auf importierte chinesische Elektroautos gehört. Diese Maßnahme macht die Produktion vor Ort attraktiver für chinesische Hersteller.
„Europa ist kein kostenloses Buffet mehr“, sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné dem „Handelsblatt“. Die EU sei offen für Investitionen, doch die eigenen Interessen müssten gewahrt bleiben. Besonders im Autosektor ist die Tendenz erkennbar: Chinesische Firmen investierten im vergangenen Jahr 7,6 Milliarden Euro in neue Fabriken, über 90 Prozent davon in die Lieferkette für Elektrofahrzeuge.
Trotz dieser verstärkten Investitionen in Europa nehmen auch die chinesischen Exporte in die EU weiter zu. Das Ausmaß des Warenstroms ist so gewaltig, dass Ökonomen bereits von einem neuen „China-Schock“ sprechen. Die EU-Kommission plant daher, Technologietransfers in bestimmten strategischen Sektoren gesetzlich vorzuschreiben – eine Strategie, die China selbst praktiziert.
Séjourné betonte, dass strengere Auflagen für ausländische Investitionen dazu führen würden, mehr Arbeitsplätze und Wertschöpfung nach Europa zu bringen.



