Sorge um kritische Infrastruktur
Neue Bedrohungen gegen Berlins Stromnetz nehmen die Behörden deutlich ernster als bisher öffentlich kommuniziert. Interne Dokumente belegen eine Neubewertung der Lage.
Bislang sprach die Polizei lediglich von „unspezifischen Bedrohungsszenarien“. Nuancenreich wird die Situation nun als „sehr ernst“ eingestuft, basierend auf einem Aufruf aus dem mutmaßlich linksextremen Milieu.
Aufruf „Cut the Power“
Auslöser ist ein Beitrag auf der als linksextrem geltenden Internetseite Indymedia. Unter dem Titel „Cut the Power, so we can see the stars“ propagieren die anonymen Verfasser gezielte Sabotage gegen die Energieversorgung und solidarisieren sich mit Betroffenen polizeilicher Maßnahmen. Experten sehen darin eine Mischung aus anarchistischen, antimilitaristischen und technikfeindlichen Motiven, die Sabotage positiv darstellt.
Energieanlagen, staatliche Einrichtungen sowie Unternehmen aus den Bereichen Technologie und Rüstung werden in den internen Papieren als mögliche Ziele genannt.
Konkrete Täterprofile
Erstmals liegt den Ermittlern ein konkretes Täterprofil vor. Es wird von kleinen, konspirativ agierenden Gruppen ausgegangen, die überwiegend nachts und vermummt agieren. Fahrräder dienen als Fluchtmittel, oft über schwer zugängliche Strecken. Tatwerkzeuge werden demnach Wochen im Voraus in Erddepots versteckt.




