Dittrich fordert Bürokratieabbau und Investitionsanreize

Handwerkspräsident kritisiert Ampel: Zu wenig Reformgeist, zu viel Umverteilung

Handwerkspräsident kritisiert Ampel: Zu wenig Reformgeist, zu viel Umverteilung

Das Haus des Deutschen Handwerks in Berlin dient als Symbol für die Branche, die sich mehr Rückenwind aus der Politik wünscht. (Archivbild)

Der Präsident des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, übt scharfe Kritik an der Bundesregierung. Er bemängelt einen fehlenden Reformwillen und beklagt den Fokus auf Umverteilung statt Wirtschaftswachstum. Bürokratie und hohe Abgaben bremsten Unternehmergeist, so Dittrich im Gespräch mit den Funke-Medien.

Reform-Mangel laut Handwerk

Die Zeit drängt, doch ein klares Konzept zur Reformierung der Wirtschaft fehlt offenbar. So empfindet es zumindest Jörg Dittrich, Präsident des Deutschen Handwerks. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe äußerte er seine Enttäuschung: „Davon ist in diesem Frühling der Reformen leider ebenso wenig zu sehen wie im vergangenen Herbst.“ Dittrich fordert ein „schlüssiges Gesamtkonzept“, das über reine Umverteilungsdebatten hinausgeht.

Export und Investitionen bleiben auf der Strecke

Die Fokussierung auf Umverteilung, so die klare Botschaft des Handwerkspräsidenten, fördere kein Wachstum. „Doch Umverteilung schafft kein Wirtschaftswachstum. Weder springt der Export an, noch wird mehr investiert, wenn beispielsweise der Spitzensteuersatz erhöht wird.“ Dittrich sieht darin eine verpasste Chance, die deutsche Wirtschaft wiederzubeleben.

Misstrauen gegenüber Unternehmertum

Ein weiteres Kernproblem identifiziert Dittrich in einem tief verwurzelten „übertriebenen Misstrauen gegenüber Unternehmertum und Eigenverantwortung in Deutschland“. Überbordende Dokumentationspflichten und die Last hoher Steuern und Abgaben würden vielen potenziellen Gründern den Anreiz nehmen, sich selbstständig zu machen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Mehr Mut zur Eigeninitiative und weniger behördliche Hürden könnten hier Abhilfe schaffen.

Mehr Anreize, weniger Lasten

Konkret fordert Dittrich, dass jede steuerliche Veränderung darauf abzielen müsse, Investitionen anzukurbeln. Gleichzeitig müsse die Sozialversicherungslast für Betriebe und Beschäftigte spürbar gesenkt werden. Als positives Beispiel nannte er die „Agenda 2010“ unter Kanzler Gerhard Schröder, die erfolgreich zu einer Entlastung beigetragen habe. Dies zeige, dass solche Reformen möglich seien.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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