Börse im Spagat: Saisonaler Mai-Effekt trifft Nahost-Sorgen
Der Handelstag an der Frankfurter Börse stand im Zeichen einer Verunsicherung, die den Dax kaum vom Fleck kommen ließ. Mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent schloss der Index bei 24.350 Punkten. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, bringt die Ambivalenz auf den Punkt: „Die Anleger in Frankfurt bleiben im Spannungsfeld zwischen dem saisonalen Ausstiegseffekt am Aktienmarkt im Mai und den Ereignissen im Nahen Osten gefangen.“
Ölpreisanstieg schürt Inflationsangst
Die wieder anziehenden Ölpreise sind dabei ein besonderer Unruhefaktor. Sie befeuern Inflationssorgen und zwingen Investoren zu Vorsicht. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montagnachmittag um 2,3 Prozent auf 103,60 US-Dollar. Dieser Anstieg wirkt sich auch auf andere Märkte aus.
Branchenrotation statt Neupositionierung
Innerhalb des Dax war das Bild daher uneinheitlich. Anstatt großer neuer Investments konzentrierten sich die Finanzakteure auf eine Branchenrotation. Energiewerte und einige Pharmaunternehmen standen auf der Einkaufsliste, ebenso wie die Aktien von BASF und Brenntag. Dagegen wurden Papiere von Rheinmetall und Gea weiter abgestoßen. Das Ziel vieler Händler ist eine defensive, also risikoaverse Ausrichtung, ohne dabei auf potenzielle Gewinne zu verzichten. So wird der Investitionsgrad gehalten, während gleichzeitig versucht wird, Risiken besser zu steuern.
Makroökonomie und Politik im Fokus
Zusätzlich werfen bevorstehende makroökonomische Daten und politische Ereignisse ihre Schatten voraus. Besonders im Blickpunkt steht das Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping, das ab Donnerstag stattfindet. Ab Freitag wird zudem der neu ernannte Notenbankchef Kevin Warsh die Geld- und Zinspolitik der USA maßgeblich prägen.
Euro stabil, Gold leicht im Plus
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Montagnachmittag etwas stärker und notierte bei 1,1781 US-Dollar. Auch der Goldpreis konnte leicht profitieren und stieg um 0,3 Prozent auf 4.731 US-Dollar pro Feinunze.


