Fallschirmjäger in Zweibrücken – neue Vorwürfe
Zweibrücken ist erneut Schauplatz von Ermittlungen gegen das Fallschirmjägerregiment 26. Nach Unterlagen, die dem Magazin Spiegel vorliegen, scheinen die Vorwürfe umfangreicher. Demnach wird gegen mehrere Beschuldigte ermittelt; der Umfang der Vorwürfe scheint größer als bislang bekannt.
Chef der Kompanie im Visier
Nach internen Berichten soll der Chef einer Kompanie eine teilgeladene Pistole aus etwa drei Metern Entfernung gegen die Gesichter zweier Soldaten gerichtet haben. In einer Kompanie in Merzig musste zudem ein Soldat nach der Nahkampf-Ausbildung operiert werden. Sicher unterwegs bei Schnee und Glätte.
Ausbildung, Drogen und toxisches Klima
Zudem berichten interne Dokumente von einem toxischen inneren Gefüge in einer der elf Kompanien; die neuen Vorwürfe betreffen jedoch andere Einheiten. Berichte erwähnen weiterhin sexualisiertes Fehlverhalten, Drogenkonsum in der Kaserne und rechtsextreme Umtriebe, die weitere Untersuchungen nahelegen.
Politische Reaktionen und Aufklärung
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), kritisiert die Informationspolitik von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sagte dem Spiegel, „Angesichts des Umfangs und der Tragweite der Vorwürfe wäre es wünschenswert gewesen, dass der Deutsche Bundestag und dort der Verteidigungsausschuss früher und umfassender durch das Bundesverteidigungsministerium informiert und einbezogen worden wären“.
Röwekamp fordert Konsequenzen und eine bessere Meldung von Fehlverhalten, damit Soldaten Vorfälle leichter zur Kenntnis bringen können. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte (CDU), mahnt eine Dunkelfeldstudie an, um Ausmaß und Folgen sexualisierten Fehlverhaltens in der Bundeswehr zu untersuchen. Eine solche Analyse sei „unerlässlich, um gezielte und wirksame Präventions- sowie Aufklärungsmaßnahmen zu entwickeln“, sagte er dem Spiegel. Die Vorschläge von Eva Högl wurden bislang noch nicht umgesetzt. Bislang liegt nur eine Projektskizze vor.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)